Pflegeplanung Vorlage und Tipps

Pflegeplanung Vorlage und Tipps 

Bei der Pflegeplanung handelt es sich um eine Arbeitsmethode, die das Ziel einer systematischen und nachvollziehbaren Pflege verfolgt. Gleichzeitig soll die Qualität der Pflege verbessert werden, indem für jeden Patienten ein individueller Pflegeplan erstellt wird. 

Rein inhaltlich gesehen überschneidet sich die Pflegeplanung in weiten Teilen mit dem Begriff des Pflegeprozesses.

Während der Pflegeprozess jedoch das Gesamtgeschehen und somit eine Vielzahl unterschiedlicher Aspekte berücksichtigt, kümmert sich die Pflegeplanung in erster Linie um die Vorbereitung, die praktische Umsetzung und die Dokumentation der Pflege als solches.

  

Hier nun die wichtigsten Fragen und Antworten, Tipps sowie eine Vorlage für die Pflegeplanung in der Übersicht: 

Was bedeutet der Begriff Pflegeplanung konkret?

Grundsätzlich wird zunächst zwischen der didaktischen und der praktischen Pflegeplanung unterschieden. Die didaktische Pflegeplanung ist jene Pflegeplanung, die an Kranken- und Altenpflegeschulen gelehrt wird. Sie wird anhand von Fallbeispielen erarbeitet und ist üblicherweise detailliert und recht zeitaufwändig gestaltet. Die praktische Pflegeplanung hingegen orientiert sich an den Prioritäten, der vorliegenden und individuellen Situation sowie an den Bedürfnissen und Wünschen des jeweiligen Patienten.  

Der Begriff Pflegeplanung beschreibt eine systematische Arbeitsweise, die geplant und für jeden am Pflegeprozess Beteiligten nachvollziehbar ist. Da es sich bei der Pflege um ein System handelt, das am Patienten orientiert ist, sich um eine Problemlösung bemüht und den Patienten eng mit einbezieht, gehört auch die Pflegeplanung zu den patientenorientierten Arbeitsmethoden. Sehr häufig arbeitet die Pflegeplanung dabei mit Pflegestandards, die aber individuell auf den jeweiligen Patienten angepasst werden müssen.

Der Pflegeprozess in der Kranken- und Altenpflege ergibt sich aus der systematischen und auf den Patienten abgestimmten Planung, Durchführung und Dokumentation der Pflegemaßnahmen. 

Damit erfasst der Pflegeprozess das Gesamtgeschehen, angefangen beim Sammeln und Auswerten von Informationen und dem Planen der notwendigen Maßnahmen über die praktische Umsetzung der Pflege und deren Dokumentation bis hin zur Auswertung und erneuten Anpassung. 

Diese Abfolge wiederholt sich fortwährend. Die Pflegeplanung hingegen konzentriert sich eher auf die konkrete Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation von Pflegehandlungen durch die verantwortliche Pflegeperson, wobei andere an der Pflege Beteiligte, beispielsweise Ärzte oder Angehörige, in die Abläufe eingebunden werden. 

Wie ist der Ablauf der Pflegeplanung?

Der Ablauf der Pflegeplanung gliedert sich in mehrere Schritte:

1. Schritt: die Informationssammlung

Zunächst werden im Rahmen der Informationssammlung, auch Assessment genannt, alle verfügbaren Informationen zusammengetragen, die für die Pflege relevant sind und der Pflegekraft ermöglichen, den Pflegebedarf des jeweiligen Patienten zu ermitteln. Zu diesen Informationen gehören zunächst die Stammdaten, der physische und psychische Zustand sowie die Lebensgewohnheiten. 

Weitere Informationen können beispielsweise aus der Krankengeschichte, Beobachtungen und Angaben von Angehörigen und weiteren an der Pflege beteiligten Personen sowie aus vorausgegangenen Pflegeverlaufsplänen abgeleitet werden. Zur Erhebung der Informationen kommen üblicherweise Checklisten sowie spezielle Assessmentinstrumente zum Einsatz. 

2. Schritt: Definition von Pflegeproblemen und Ressourcen

Ausgehend von den vorliegenden Informationen werden im nächsten Schritt Pflegeprobleme definiert, wobei auch vorhandene Ressourcen und Fähigkeiten berücksichtigt werden. 

Daraus ergibt sich der aktuelle Ist-Zustand. Lebensbereiche, in denen aus pflegerischer Sicht keine Maßnahmen erforderlich sind, werden nicht in die Pflegeplanung einbezogen, da hier keine zu lösenden Probleme vorliegen.

3. Schritt: Definition von Pflegezielen 

Auf Basis der definierten Pflegeprobleme und verfügbaren Ressourcen werden nun die Pflegeziele und entsprechende Pflegeprioritäten festgelegt. Dies erfolgt durch die verantwortliche Pflegekraft in Zusammenarbeit mit dem Patienten oder auch den Angehörigen. 

Aus den Pflegezielen ergibt sich der Soll-Zustand. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle, wie die Pflegeziele eingeteilt werden können. Ein Modell gliedert die Ziele in Fern- und in Nahziele. Fernzeile sind Ziele, die langfristig erreicht werden sollen, während Nahziele Ziele sind, die in absehbarer Zeit zu erreichen sind oder einen Schritt in Richtung Fernziel darstellen.

Ein anderes Modell gliedert die Pflegeziele anhand der Inhalte:

·        

Kompensative Pflegeziele sollen Defizite, die die Selbstständigkeit der Pflegeperson beeinträchtigen, ausgleichen.

·        

Rehabilitative und präventive Pflegeziele sollen Risikofaktoren, die die Selbstständigkeit gefährden, mindern.

·        

Pallitative Pflegeziele sollen Symptome, die sich nachteilig auf die Selbstständigkeit auswirken, lindern. Grundsätzlich gilt für die Pflegeziele aber, dass sie so formuliert sein müssen, dass das angestrebte Pflegeergebnis erreichbar, realistisch und objektiv überprüfbar ist. 

Hierzu gehört zum einen, das Ziel konkret zu beschreiben, und zum anderen, einen zeitlichen Rahmen festzulegen, bis wann das Ziel erreicht werden soll. So kann ein Pflegeziel beispielsweise darin bestehen, dass der Patient innerhalb von einem Monat ein Kilo zunehmen oder in der Lage sein soll, sich sein Gesicht innerhalb von zwei Wochen wieder selbst zu waschen.

4. Schritt: Definition und Durchführung von Pflegemaßnahmen

Stehen die Pflegeziele fest, werden die erforderlichen Pflegemaßnahmen definiert. Wichtig hierbei ist, die Maßnahmen präzise, eindeutig und nachvollziehbar zu formulieren. 

Um dies sicherzustellen, werden die Pflegemaßnahmen
meist anhand von fünf Kriterien beschrieben:

1.      

Wer? Durch wen wird die Maßnahme durchgeführt?

2.       

Wann? Zu welchem Zeitpunkt und wie oft wird die Maßnahme durchgeführt? Bei Medikamenten wird hier auch die Dosis erfasst, 

3.      

Was? Um welche Maßnahme geht es konkret?

4.      

Wo? An welchem Ort oder in welchem Raum findet die Maßnahme statt?

5.      

Wie? In welcher Form wird die Maßnahme durchgeführt? Hier werden auch individuelle Wünsche und Bedürfnisse des Patienten erfasst. 

Um den Umfang und die Art der Pflegemaßnahme zu beschreiben und zu dokumentieren, werden in der Pflegeplanung üblicherweise Kürzel verwendet. VÜ steht dabei für vollständige Übernahme, TÜ für teilweise Übernahme, U für Unterstützung und BA für Beratung, Anleitung und Beaufsichtigung.

  

5. Schritt: Evaluierung

Im Zuge der Evaluierung wird überprüft, ob das Pflegeergebnis mit der Zielsetzung übereinstimmt. Ist dies nicht der Fall, werden die Ursachen hierfür ermittelt. Diese können beispielsweise darin liegen, dass die Informationen falsch interpretiert, die Ist-Situation oder der Pflegebedarf falsch eingeschätzt, die Pflegeziele zu weit gefasst oder die definierten Maßnahmen nicht angemessen geplant wurden. 

Im Anschluss an die Evaluierung erfolgt eine Anpassung der Pflegeplanung. Dabei wird die jetzige Ist-Situation erfasst und in diesem Zuge verlieren erreichte Ziele an Priorität, während neue oder nicht erreichte Ziele definiert und entsprechende Maßnahmen geplant werden. 

  

Wie kann ein Pflegeplan aussehen?

Bewährt hat sich, den Pflegeplan in Form einer Tabelle darzustellen. Bei einem einfachen Pflegeplan kann diese aus fünf Spalten bestehen und beispielsweise so aussehen:

Pflegeproblem (mit Erfassung der Ressourcen und Fähigkeiten) Pflegeziel Pflegemaßnahme Ergebnis Notizen
         

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