Richtig trinken – die wichtigsten Infos und Tipps, Teil 3

Richtig trinken – die wichtigsten Infos und Tipps, Teil 3

Einerseits ist Wasser ein Grundbaustein des Körpers. Andererseits braucht der Körper Wasser, damit alle Funktionen funktionieren können. Ein zu hoher Flüssigkeitsverlust kann lebensgefährlich werden. Deshalb ist sehr wichtig, genug zu trinken. Nur: Was bedeutet richtig und ausreichend trinken? Diese Frage beantworten wir in einem dreiteiligen Beitrag.

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Richtig trinken - die wichtigsten Infos und Tipps, Teil 3

Nachdem wir erklärt haben, warum Wasser für den Körper überlebensnotwendig ist und wie sich ein Flüssigkeitsverlust äußern kann, haben wir Tipps zum Trinken gegeben. Außerdem haben wir eine Formel gezeigt, mit der sich die individuell benötigte Trinkmenge ausrechnen lässt.

In diesem letzten Teil 3 stellen wir gängige Irrtümer rund ums Trinken richtig!:

8 Mythen übers Trinken

Es steht außer Frage, dass es wichtig ist, genug zu trinken. Deshalb ist zunächst auch gut und richtig, dass regelmäßig daran erinnert wird. Zumal vor allem Senioren oft zu wenig trinken.

Allerdings hat jeder seine Meinung zu dem Thema und inzwischen gibt es so viele Empfehlungen und Richtwerte, dass der Überblick schnell verloren gehen kann. Mythen und Legenden sorgen zusätzlich für Verunsicherung. Grund genug, mit den größten Irrtümern aufzuräumen!

  1. Drei Liter Wasser pro Tag sind Pflicht.

Die Drei-Liter-Regel wird regelmäßig als Standard genannt. Aber es ist schlichtweg falsch, dass jeder Mensch täglich mindestens drei Liter Flüssigkeit aufnehmen muss.

Die benötigte Menge an Flüssigkeit ist individuell verschieden und hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen das Alter und die Aktivität ebenso wie der Gesundheitszustand und die Witterungsbedingungen.

Hinzu kommt, dass ungefähr ein Drittel der benötigten Flüssigkeitsmenge über die Nahrung aufgenommen wird.

  1. Es ist nicht möglich, zu viel zu trinken.

Wer innerhalb kürzester Zeit sehr viel trinkt, bringt das Verhältnis zwischen Wasser und Salzen aus dem Gleichgewicht. Die Folge können eine beeinträchtigte Nierenfunktion oder Herzrhythmusstörungen sein. Im Extremfall kann es sogar zu einer Wasservergiftung kommen, die tödlich enden kann.

Der menschliche Körper kann kurzfristig ungefähr einen Liter Flüssigkeit pro Stunden ausscheiden. Ist die zugeführte Flüssigkeitsmenge aber zu hoch, können die Nieren sie nicht mehr verarbeiten.

Dadurch wird der Körper gewissermaßen überschwemmt und der Salzhaushalt gerät durcheinander.

Unnötig viel Wasser bewirkt, dass wichtige Nährstoffe und Mineralien ausgespült werden. Körperliche Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel, Kopfweh, vermehrtes Schwitzen, Atemprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten können sich daraufhin einstellen.

Auch Herzversagen und Hirnödeme sind denkbar. Denn aufgeschwemmte Zellen begünstigen, dass sich Ödeme bilden. Besonders gefährlich ist das fürs Gehirn, denn durch die Schädeldecke hat es keine Möglichkeit, um sich auszubreiten.

Im Alltag passiert es zwar äußerst selten, dass ein gesunder Mensch zu viel trinkt. Trotzdem kann es schädlich sein, einen Flüssigkeitsverlust zu schnell ausgleichen zu wollen.

Als Faustregel gilt, dass pro Stunde nicht mehr als ein Liter Wasser getrunken werden sollte. Wer ständig großen Durst hat, sollte die Ursache von einem Arzt abklären lassen.

  1. Kaffee zählt nicht als Lieferant für Flüssigkeit.

Eine gängige Behauptung lautet, dass Kaffee dem Körper keine Flüssigkeit liefert, sondern ganz im Gegenteil Flüssigkeit entzieht. Es ist zwar richtig, dass Wasser eine harntreibende Wirkung hat. Doch diese ist zum einen individuell verschieden und zum anderen nicht allzu groß.

Als Durstlöscher ist Kaffee nur bedingt geeignet und der Konsum sollte maßvoll bleiben. Trotzdem liefert Kaffee genauso Flüssigkeit wie andere Getränke.

  1. Es reicht, auf den Durst zu hören.

Durch Durst signalisiert der Körper, dass ihm Flüssigkeit fehlt. Strenggenommen ist Durst sogar schon ein erstes Symptom für einen leichten Flüssigkeitsmangel. Hinzu kommt, dass es eine Reihe von Faktoren gibt, die das Durstempfinden beeinträchtigen können.

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Aus diesem Grund ist es keine gute Idee, sich allein auf den Durst zu verlassen, um zu entscheiden, wann es Zeit wird, etwas zu trinken.

Wer generell dazu neigt, zu wenig zu trinken, sollte zwischendurch regelmäßig einen Schluck Wasser zu sich nehmen, auch wenn er sich nicht durstig fühlt.

Wer andersherum sehr viel trinkt, sollte darauf achten, ob er wirklich dauernd durstig ist und ob er nicht nur aus Gewohnheit ständig zum Wasserglas greift.

  1. Viel trinken beugt der Hautalterung vor.

Flüssigkeit trägt dazu bei, dass die Haut nicht austrocknet und elastisch bleibt. Weil die Flüssigkeit die Durchblutung ankurbelt, bringt sie außerdem den Stoffwechsel in Schwung, beugt Augenringen vor und wirkt Fältchen entgegen.

Für einen gesunden Teint ist Wasser also durchaus hilfreich. Allerdings ist Wasser nicht dazu in der Lage, den natürlichen Alterungsprozess der Haut aufzuhalten.

  1. Zum Essen sollte nichts getrunken werden.

Damit der Körper die Nährstoffe aus der Nahrung einlagern kann, braucht er Wasser. Ohne Flüssigkeit kann er zum Beispiel Kohlenhydrate nicht in den Muskeln speichern.

Eine normale Flüssigkeitszufuhr führt auch nicht dazu, dass die Verdauungssäfte so sehr verdünnt werden, dass sie nicht mehr wirken können.

Es gibt also überhaupt keinen Grund, warum zum Essen nicht getrunken werden sollte. Wer abnehmen möchte, profitiert sogar davon, wenn er vor und zum Essen Wasser trinkt. Denn das Wasser zügelt den Appetit.

  1. Wer viel trinkt, begünstigt eine Inkontinenz.

Größere Mengen an Flüssigkeit haben zwar in aller Regel zur Folge, dass öfter ein Gang zur Toilette notwendig wird. Doch das Risiko für eine Inkontinenz steigt dadurch nicht. Eine Inkontinenz entsteht, wenn der Harndrang nicht mehr kontrolliert werden kann.

Der Betroffene merkt zu spät oder gar nicht, dass er auf die Toilette muss. Dafür kommen viele verschiedene Ursachen infrage. Viel trinken gehört allerdings eher nicht dazu.

Deutlich schädlicher für die Nieren, die Blase und die Harnwege ist, zu wenig zu trinken. Denn sie werden dadurch nicht ausreichend gespült. Die Folge können Infektionen und Ablagerungen sein.

  1. Leitungswasser ist kein Ersatz für Mineralwasser.

Durch die Trinkwasserverordnung muss Leitungswasser in Deutschland sehr hohe Anforderungen erfüllen und wird ständig kontrolliert. Tests ergeben immer wieder, dass das Leitungswasser zum Teil eine bessere Qualität hat als Mineralwasser, das in Flaschen abgefüllt ist.

Insofern spricht nichts dagegen, seinen Durst mit Leitungswasser zu stillen. Mit einem entsprechenden Aufbereiter lässt sich das stille Wasser außerdem kostengünstig in Sprudelwasser verwandeln.

Dass Kalk im Wasser Geräten wie der Kaffeemaschine oder dem Wasserkocher Probleme bereitet, ist für den menschlichen Körper keine Gefahr. Erkrankungen wie Arteriosklerose oder Demenz sind deswegen jedenfalls nicht zu befürchten.

Problematisch können lediglich sehr alte Bleirohre sein, die das hauseigene System verunreinigen. Solche Rohre dürfte es aber mittlerweile kaum noch geben.

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