Merkmale des Burn-Out-Syndroms

Die häufigsten Merkmale des Burn-Out-Syndroms 

Das Burn-Out-Syndrom ist schon lange keine typische Managerkrankheit mehr. Der moderne Lebensstil und der oft selbstauferlegte Stress können jeden aus der Bahn werfen und ein Gefühl von völligem ausgebrannt Sein, so die deutsche Übersetzung des Krankheitsbildes, zur Folge haben. Problematisch ist, dass der Prozess schleichend beginnt und sich über einen langen Zeitraum hinweg entwickelt. 

Daher wird das Burn-Out-Syndrom oft lange nicht als solches erkannt. Wer schlapp von der Arbeit nach Hause kommt, sich überlastet fühlt, zu nichts mehr richtig Lust hat, ständig müde ist, das Gefühl hat, es niemanden Recht machen zu können und am liebsten ohnehin niemanden mehr sehen oder hören will, erklärt dies oft mit einer vorübergehenden Situation.

Schließlich hat jeder einmal Stress und nicht immer läuft alles so, wie geplant. Menschen sind sehr erfinderisch, wenn es darum geht, Durchhalteparolen zu entwickeln. Dabei verkennen sie jedoch die Warnzeichen, die der Körper ihnen gibt und mit denen er signalisieren möchte, dass die Grenzen der Leistungsfähigkeit erreicht sind. Wer nicht auf die Warnsignale reagiert, riskiert einen Burn-Out-Kollaps, eine Art innerer Infarkt. 

Die Folgen sind dann nicht mehr nur ein Verlust der Lebensfreude und nur rein psychischer Natur, sondern es können körperliche Beschwerden und psychosomatische Erkrankungen auftreten, beispielsweise in Form von Herz-Kreislauferkrankungen, Magen- und Darm-Beschwerden, Bandscheibenproblemen oder extrem verspannten Muskeln. 

Es gibt effektive Methoden gegen das Burn-Out-Syndrom und mit einer erfolgreichen Behandlung kehrt auch die Lebensfreude wieder zurück. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Anzeichen für ein drohendes Burn-Out erkannt werden und schnellstmöglich darauf reagiert wird. Hier daher die häufigsten Merkmale des Burn-Out-Syndroms auf einen Blick. 

Übertriebenes Engagement

Bevor es zu einem Burn-Out kommt, legen die meisten Betroffenen noch einmal so richtig los. Dabei flüchten sie sich in erster Linie in die Arbeit, die zum absoluten Lebensinhalt wird, der alles andere überlagert. Der Betroffene hat nicht nur das Gefühl, dass er ständig gebraucht wird, sondern dass zudem kein anderer die Arbeit so gut erledigen kann wie er. Alles andere aus dem privaten Bereich, egal ob Feierabend, Hobbys oder Familie und Freunde müssen dann eben zurückstecken.

Keine Lust auf nichts

Kommt es irgendwann zum Einbruch, hat der Betroffene keine Lust mehr. Plötzlich macht nichts mehr Spaß, bei allem wird der Sinn hinterfragt und letztlich fühlt sich der Betroffene wie ein Hamster, der unermüdlich in seinem Rad strampelt, aber doch nie Erfolg hat. Die Folgen sind schlechte Laune und Frust.

Die schlechte Laune überträgt sich jedoch auch auf die anderen, die sich allmählich zurückziehen. Schließlich möchte niemand mit jemandem zusammen sein, der sich immer nur beschwert, mit nichts zufrieden ist und alle Vorschläge aufgrund von Unlust ablehnt. So rutscht der Betroffene immer tiefer in den Teufelskreis, noch schlechtere Laune und noch weniger Lust inklusive. 

Panikattacken

Je ausgeprägter das Burn-Out-Syndrom ist, desto häufiger und ausgeprägter sind Panikattacken. Oft gibt es für Außenstehende keinen ersichtlichen Grund für die Angst, der Betroffene gerät aber regelrecht in Panik. In schlimmen Fällen kann dies soweit gehen, dass der Betroffene nicht mehr ans Telefon geht und auch sein Haus nicht mehr verlässt. Er befürchtet nämlich, dass er jemanden treffen könnte, der ihn um etwas bittet oder etwas von ihm will. 

Fehlendes Mitgefühl

Das Burn-Out-Syndrom treibt viele in die Isolation. Dies beginnt damit, dass der Betroffene anfangs so viel zu tun hat, dass er keine Zeit mehr für andere Dinge hat. Findet er doch etwas Zeit, benötigt er diese für sich selbst. Für Freunde oder Hobbys ist da kein Platz. Später befürchtet der Betroffene, dass ihm seine Mitmenschen neue, zusätzliche Aufgaben aufbürden konnten, so dass er ihnen lieber aus dem Weg geht.

Hinzu kommt, dass viele Betroffene immer weniger Mitgefühl zeigen. Da sie sich selbst unglücklich und oft auch als Versager fühlen, werten sie ihre Mitmenschen ab, teils unbewusst, teils bewusst. Auf diese Weise erhoffen sie sich, sich selbst besser und stärker zu fühlen. 

Suchtverhalten

Da sich Betroffene oft in ihrer Welt gefangen fühlen, suchen sie nach Möglichkeiten, dieser Welt zumindest für ein paar Stunden zu entfliehen. Die Ablenkungen können unterschiedliche Formen annehmen.

Einige Betroffene sitzen stundenlang spielend vor dem Computer, andere verbringen ihre Zeit nur noch vor dem Fernseher und wieder andere greifen zu Zigaretten, Alkohol, Tabletten oder anderen Drogen. Da die Ablenkungen scheinbar gut tun und erholsam wirken, wird das Ausmaß immer größer und kann sich bis hin zu einer richtigen Sucht entwickeln.  

Essverhalten

Da Betroffene unter ständigem Druck stehen und nur den Berg an Aufgaben sehen, den es noch zu erledigen gilt, bleibt letztlich keine Zeit mehr zum Essen. Störungen im Essverhalten zeigen sich bei Betroffenen in zwei Ausprägungen. Die einen stopfen wahllos irgendetwas in sich hinein, nur damit der Hunger gestillt ist.

Die anderen hungern, weil sie ja ohnehin weder Zeit noch Appetit haben. Beide Ausprägungen verschlimmern die Auswirkungen des Burn-Out-Syndroms jedoch, denn wer sich nicht richtig ernährt, hat noch weniger Energie und fühlt sich dadurch noch kaputter. 

Schlafstörungen

Betroffene können nicht abschalten. Da sie sich zumindest am Anfang ohnehin kaum Pausen gönnen, braucht der Körper zumindest ausreichend Schlaf, um sich zu regenerieren. Da meist aber auch nachts die negativen Gefühle und schlechten Gedanken weiter kreisen, treten Schlafstörungen auf. Die Folge ist, dass der Körper irgendwann schlichtweg nicht mehr kann und der Betroffene buchstäblich zusammenbricht.  

Körperliche Beschwerden

Früher oder später reagiert auch der Körper auf Stress. Zu den typischen Symptomen gehören ein schnellerer Puls und die Neigung zu einem erhöhten Cholesterinspiegel, später kommen dann Kopfschmerzen, Schwindelanfälle und Magen-Darm-Probleme hinzu, manchmal auch ein Tinitus. Vor allem greift Stress aber das Immunsystem an, was zur Folge hat, dass es Viren und Bakterien sehr viel leichter haben. Betroffene sind daher viel öfter krank, haben beispielsweise eine Erkältung, die einfach nicht in den Griff zu bekommen scheint.  

Sexualleben

Im Hinblick auf das Sexualleben äußerst sich das Burn-Out-Syndrom in zwei möglichen Varianten. Ein Teil der Betroffenen kompensiert den Stress und die Probleme durch Sexualität und entwickelt dabei ein regelrechtes Suchtverhalten. Der andere Teil zieht sich komplett zurück und denkt an alles andere, nur eben nicht mehr an Intimität. Die Folge hiervon sind dann neben den anderen Schwierigkeiten oft noch zusätzliche Probleme in der Partnerschaft.

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