Burnout – die wichtigsten Warnzeichen

Burnout – die wichtigsten Warnzeichen auf einen Blick 

Das sogenannte Burnout-Syndrom scheint sich immer mehr zu einer Volkskrankheit zu entwickeln. Burnout bedeutet übersetzt etwa soviel wie ausgebrannt sein und im Deutschen wird das Krankheitsbild mitunter auch als Erschöpfungsdepression bezeichnet. 

In Zeiten, die von Stress, Hektik und permanentem Leistungsdruck geprägt sind, ist es sicherlich auch keine allzu überraschende Erkenntnis, dass einige Menschen nicht nur an ihre Grenzen kommen, sondern bisweilen soweit darüber hinausgehen, dass sie irgendwann psychisch und physisch völlig erschöpft zusammenbrechen.

Burnout ist eine sehr ernstzunehmende Krankheit, die jeden treffen kann. Trotzdem muss niemand in Panik geraten. Nicht jeder, der ab und an mal schlecht gelaunt ist, sich müde und erschöpft fühlt oder das Gefühl hat, dass ihm alles über den Kopf wächst, leidet an Burnout. Bis zu einem gewissen Grad ist eine solche Gemütslage normal und jeder hat Zeiten, in denen es mal besser und mal nicht ganz so gut läuft.

Die Diagnose Burnout muss daher immer ein Facharzt oder ein Therapeut stellen und auch die Behandlung des Krankheitsbildes gehört in professionelle Hände. 

Dennoch gibt es Anzeichen, die als Vorboten auf ein drohendes Burnout hinweisen können, und hier die die wichtigsten Warnzeichen auf einen Blick: 

Ständige Müdigkeit

Es gibt immer mal Zeiten, in denen sich jemand müde und ausgelaugt fühlt. Meist gibt es dann auch eine logische Erklärung für die mehr oder weniger schlaflosen Nächte, beispielsweise viel Arbeit mit entsprechend vielen Überstunden oder eine schwierige Situation im Privaten.

Genauso können es aber auch einfach nur ein aufregendes Ereignis, eine Erkältung oder das kleine Kind sein, die einen um den Schlaf bringen. Im Normalfall spielt sich die Situation von alleine wieder ein und nach einem gemütlichen Wochenende auf der Couch oder einem Urlaub sind die Kräfte wieder aufgetankt. 

Bei einem Burnout sieht die Situation ein wenig anders aus. Betroffene Menschen leiden häufig unter Schlafstörungen und selbst wenn sie verhältnismäßig lange geschlafen haben, fühlen sie sich permanent müde, ausgepowert und leer.   

Zunehmende Vergesslichkeit

Vergesslichkeit ist zunächst einmal ein Stück weit völlig normal. Außerdem gibt es eine ganze Reihe von Krankheitsbildern, bei denen zunehmende Vergesslichkeit zu den typischen Symptomen gehört, allen voran die Alzheimer-Demenz. 

Aber auch ein drohendes Burnout kann sich dadurch ankündigen, dass der Betroffene immer häufiger etwas vergisst, beispielsweise Namen, Termine, Dinge beim Einkaufen oder auch, was er aus dem Raum holen wollte, in den er deshalb gerade gekommen ist. 

Dass zunehmende Vergesslichkeit zu den klassischen Symptomen vom Burnout gehört, lässt sich verhältnismäßig einfach erklären. So ist das Gedächtnis des Betroffenen mit allerlei Informationen, Fakten, Gedanken und Aufgaben vollgestopft. Für neue Informationen bleibt kein Platz mehr, so dass sie direkt wieder gelöscht werden.  

Mangelnde Konzentrationsfähigkeit

Bei einem gesunden Menschen sorgt das Gehirn dafür, dass aufkommende Gedanken ausgeblendet und störende Dinge wie beispielsweise Geräusche abgeschwächt werden. Dadurch versetzt es den Menschen in die Lage, sich auch über einen längeren Zeitraum auf eine Sache zu konzentrieren. 

Je mehr Stress, Überlastung und Überforderung auf das Gehirn einwirken, desto mehr nimmt diese Fähigkeit jedoch ab. Bei Burnout-Patienten ist genau das der Fall. Das Gehirn ist kaum noch in der Lage, störende Einflüsse abzufangen und die Aufmerksamkeit auf eine Sache zu lenken. Stattdessen schießen zahllose Gedanken durch den Kopf und schon kleinste Bewegungen oder Geräusche lenken den Betroffenen ab.  

Keine Zeit

Burnout-Patienten neigen dazu, sich immer weiter zurückzuziehen und ein typischer Grund, der hierfür genannt wird, ist fehlende Zeit. Vor lauter Arbeit und Aufgaben, die unbedingt noch erledigt werden müssen, finden sie schlichtweg keine Zeit mehr, um ihrem Hobby nachzugehen oder sich mit Freunden zu treffen. 

Mitunter empfinden Betroffene Freizeitaktivitäten auch nicht mehr als schöne, erholsame und entspannende Unternehmungen, sondern vielmehr als zusätzliche Verpflichtungen und Aufgaben, die erneut zu Stress führen. Andere Betroffene wiederum erklären ihren Rückzug damit, dass sie nach einem anstrengenden Arbeitstag Zeit für sich selbst brauchen. 

Gleichzeitig stellt sich dann oft ein Gefühl von Enttäuschung oder Wut ein, weil die anderen den Betroffenen einfach nicht verstehen und auch nicht sehen wollen, wie viel er jeden Tag leistet. 

Anhaltende Gereiztheit

Jeder Mensch hat mal schlechte Laune. Problematisch wird es aber, wenn die gereizte, bisweilen sogar aggressive Stimmung zum Dauerzustand wird, denn in diesem Fall ist ein deutliches Zeichen von Überlastung gegeben. Hintergrund hierzu ist, dass viele Burnout-Patienten verlernen, sich mit Positivem zu beschäftigen und sich zu freuen.

Erreichte Ziele, Erfolge und auch Lob und Annerkennung werden zur Kenntnis genommen und bestenfalls mit einem kurzen Lächeln quittiert. Schon im nächsten Moment drehen sich die Gedanken aber schon wieder darum, welche Aufgaben als nächstes anstehen, was noch alles erledigt werden muss und wie dieser Aufgabenberg überhaupt erfolgreich zu meistern sein soll. Teilweise kommen dann noch Versagensängste hinzu, weil sich der Betroffene einredet, dass er nie einen Fehler machen darf und von ihm permanent, letztlich immer größere Erfolge erwartet werden.  

BurnOut – Körperliche Symptome

Das Burnout-Syndrom wirkt sich nicht nur auf die Psyche aus, sondern macht sich auch anhand von körperlichen Symptomen bemerkbar. In vielen Fällen werden diese Symptome aber ignoriert oder zunächst einer anderen Ursache zugeschrieben. Kaum ein Burnout verläuft jedoch ohne körperliche Beschwerden. Dies erklärt sich damit, dass der Körper Stresshormone produziert, wenn er Stress ausgesetzt ist. 

Da der Stress bei einem Betroffenen auf einem konstant hohen Level bleibt, sinkt auch der Hormonspiegel nicht. Stresshormone führen zu einem höheren Blutdruck und einem schnelleren Herzschlag, können die Bluttfettwerte und den Blutzucker erhöhen und begünstigen Herz-Kreislauferkrankungen. Daneben gehören Magenschmerzen, Rückenprobleme und der Tinnitus zu den sehr häufigen Symptomen bei einem Burnout.  

Neigung zu Suchtverhalten

Auch wenn sich der Betroffene noch so sehr bemüht, irgendwann einmal stößt er einfach an seine Grenzen. Selbst wenn er sich geistig noch irgendwie zusammenreißen und motivieren kann, macht der Körper früher oder später nicht mehr mit. Viele Burnout-Patienten greifen dann auf Hilfsmittel zurück, die die Schwächen kompensieren sollen. 

Um in die Gänge zu kommen, werden aus dem einen Kaffee am Morgen und dem einen Kaffee zwischendurch dann schnell mal vier, fünf oder sechs Tassen. Um sich besser konzentrieren zu können oder ein paar Minuten lang abzuschalten, erfolgt der Griff zur Zigarette, wobei der Nikotinkonsum bei Betroffenen oft deutlich steigt. Einige Betroffene gehen aber noch einen Schritt weiter und greifen auf Substanzen zurück, die pushen, stimulierend wirken oder beruhigen sollen. 

Hierbei kann es sich um Amphetamine, Derivate und Schlafmittel genauso handeln wie um Alkohol und andere Drogen. Kurzzeitig scheinen diese Hilfsmittel auch zu funktionieren, aber gleichzeitig beginnt damit ein Teufelskreis. Irgendwann gerät der Betroffene nämlich in die Abhängigkeit und muss zudem die Menge konstant erhöhen, um noch die gewünschte Wirkung zu erzielen.

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