Wenn die Milchzähne ausfallen – 6 Fragen

Wenn die Milchzähne ausfallen – 6 Fragen

Zwischen dem fünften und dem siebten Lebensjahr geschehen große Dinge im Leben eines Kindes. So beginnt oft nicht nur die Schulzeit, sondern auch die Milchzähne fallen aus. Dabei kann der Zahnwechsel alle Beteiligten vor echte Herausforderungen stellen. Die Kleinen werden nämlich ein kleines bisschen erwachsener und kommen gleichzeitig in eine erste Pubertät.

Wenn die Milchzähne ausfallen - 6 Fragen

Die sogenannte Wackelzahnpubertät, die auch 6-Jahres-Krise genannt wird, verwandelt die süßen Goldstücke plötzlich wieder in trotzige Rebellen und liefert schon einmal einen Vorgeschmack auf das, was die Eltern später im Jugendalter erneut erwartet.

Wie also kommen die Kinder und die Eltern gut durch die Zeit? Und wie sieht es mit der Zahnpflege und -gesundheit aus, wenn die Milchzähne ausfallen?

Wir beantworten die sechs Fragen zum Thema!

  1. Wie viele Milchzähne hat das Kindergebiss?

Das Milchzahn-Gebiss umfasst 20 Zähne, nämlich je vier Schneidezähne im Ober- und Unterkiefer, zwei Eckzähne auf jeder Seite und insgesamt acht Mahlzähne.

Die Milchzähne sind wichtig, weil der kleine Kiefer eines Babys und Kleinkindes nur begrenzten Platz bietet. Wenn der Kiefer im Laufe der Zeit wächst, rücken die Milchzähne auseinander.

Dadurch sieht es oft so aus, als hätte das Kind Zahnlücken. Später ersetzen die größeren, bleibenden Zähne die kleineren Milchzähne. Gleichzeitig kommen weitere Zähne dazu, denn das bleibende Gebiss besteht im Normalfall aus bis zu 32 Zähnen. Auf diese Weise schließt sich dann auch die Zahnreihe wieder.

  1. Wann findet der Zahnwechsel statt?

Einige Kinder verlieren ab dem fünften Lebensjahr die ersten Milchzähne, bei anderen Kindern fallen die Milchzähne erst ab dem siebten Lebensjahr aus.

Doch auch wenn der Start des Gebisswechsels verschieden ist, ist die Reihenfolge ähnlich. Den Anfang machen nämlich meist die mittleren Schneidezähne im Unterkiefer. Danach folgen die mittleren Schneidezähne oben. Anschließend fallen die seitlichen Schneidezähne unten und die seitlichen Schneidezähne oben aus.

Bis zum neunten Lebensjahr sollte der Wechsel der Schneidezähne abgeschlossen sein. In den drei folgenden Jahren sind dann noch die Backen- und die Eckzähne an der Reihe.

  1. Warum sollte auch bei stark wackelnden Milchzähnen nicht nachgeholfen werden?

Wie die bleibenden Zähne haben auch Milchzähne Zahnwurzeln. Bei den Schneide- und Eckzähnen ist es eine Wurzel, die Backenzähne haben zwei Zahnwurzeln im Unterkiefer und drei Wurzeln im Oberkiefer.

Wenn die Milchzähne ausfallen, lösen die bleibenden Zähne die Milchzahnwurzeln auf. Solange der neue Zahn noch im Kieferknochen sitzt, lässt ein Mineralisierungsprozess seine sehr harte Umhüllung entstehen.

Und erst nachdem sich der Zahn ausgebildet hat, bricht er durch den Kieferknochen durch. Weil er in diesem Zuge die Milchzahnwurzeln aufgelöst hat, besteht der Milchzahn nur noch aus der Krone. Deshalb scheint es so, als hätte der Milchzahn keine Zahnwurzel gehabt.

Selbst wenn ein Milchzahn schon eine ganze Zeit ordentlich wackelt oder stört, sollte er deshalb nie mit Gewalt entfernt werden. Denn in dem Wundloch, das dabei entsteht, kann sich eine Entzündung bilden.

Dadurch kann das Durchbrechen der bleibenden Zähne schwieriger und vor allem schmerzhafter werden. Besser ist, solange abzuwarten, bis der bleibende Zahn soweit ist und den Milchzahn von alleine verdrängt.

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  1. Wann braucht ein Kind eine Zahnspange?

Experten sind sich weitestgehend einig, dass eine feste Zahnspange erst dann sinnvoll ist, wenn das gesamte Milchgebiss durch bleibende Zähne ersetzt wurde. Wachsen die neuen Zähne krumm und schief, sollten die Eltern das zwar in Absprache mit dem Zahnarzt im Blick behalten.

Durch das Wachstum des Kiefers und die Zähne, die sich ihren Weg erst noch bahnen müssen, kann aber noch ordentlich Bewegung in den Kiefer kommen.

Bei sehr ausgeprägten Fehlstellungen wird der Zahnarzt oder Kieferorthopäde womöglich schon früher mit einer Behandlung beginnen. Dabei kommt üblicherweise eine lose Zahnspange zum Einsatz, die die Kinder beim Essen und zum Zähneputzen herausnehmen können.

Eine frühe Behandlung macht es einfacher, Fehlstellungen zu korrigieren. Ob es wirklich notwendig ist, frühzeitig einzugreifen, muss aber der Fachmann entscheiden.

  1. Was ist ein Haifischzahn?

Es kann passieren, dass ein Milchzahn noch nicht einmal wackelt, obwohl der bleibende Zahn bereits deutlich zu sehen ist. Dieses Phänomen, bei dem ein Zahn im Prinzip doppelt vorhanden ist, wird oft als Haifischzahn bezeichnet.

In den meisten Fällen ist das Problem nur von kurzer Dauer und erledigt sich von selbst. Denn der natürliche Druck, den die Zunge und die Muskulatur der Lippen ausüben, sorgt dafür, dass der Zahn in die richtige Position wandert.

Es kann aber nicht schaden, wenn sich der Zahnarzt den Haifischzahn sicherheitshalber einmal anschaut. Einen Kieferorthopäden aufzusuchen, ist in aller Regel nicht notwendig.

  1. Was hat es mit der Wackelzahnpubertät auf sich?

Wenn die ersten Milchzähne ausgefallen sind, stellt jedes Kind fest, dass es ab jetzt kein Baby mehr ist. Die weichen und runden Gesichtszüge verändern sich und das Kind nimmt seinen Körper anders war.

Es entwickelt ein neues Selbstbild, gewinnt an Selbstständigkeit dazu und verlangt nach mehr Eigenständigkeit, gerne in Kombination mit einem Wutanfall. Doch gleichzeitig muss sich das Kind erst an die neue Selbstständigkeit gewöhnen und wäre oft lieber doch noch das süße Baby, das von allen verwöhnt wird.

Stimmungsschwankungen und Tobsuchtsanfälle sind in der Wackelzahnpubertät ganz normal. Die Kinder sind in dieser Phase öfters launisch, bedrückt oder aufgedreht. Die Eltern sollten die Wackelzahnpubertät als Mini-Sinnkrise verstehen, in der ihr Kind dabei ist, auf dem Weg vom Kleinkind zum Schulkind zu sich selbst zu finden.

Und damit alle gut durch diese Zeit kommen, sollten die Eltern ihrem Nachwuchs einerseits zugestehen, manche Dinge schon selbst zu entscheiden. Andererseits sollten sie darauf achten, dass feste Regeln konsequent durchgesetzt werden.

Auf diese Weise schaffen sie einen Rahmen, in dem das Kind im geregelten Umfeld Eigenständigkeit lernt.

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Heiner Trautmann, 53 Jahre, Pflegedienstleitung, Anita Bokel, 46 Jahre, Stationsleiterin, Peter Machinski, 41 Jahre, Inhaber Agentur für Altenpflege und Haushaltshilfen, sowie Mike Bocholt, 39 Jahre, Qualitätsmangament und Christian Gülcan als Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Ratgeber und Tipps zum Thema Pflege, Betreuung, Gesundheit und medizinische Versorgung.

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