Insektenstiche erkennen und behandeln

Insektenstiche erkennen und behandeln

Entdecken wir, vor allem jetzt in der warmen Jahreszeit, einen roten Fleck auf unserer Haut, der leicht geschwollen ist und unangenehm juckt, gehen wir meistens davon aus, dass eine Mücke zugestochen hat. Aber auch Bienen, Flöhe, Zecken und andere Insekten können Wunden auf unserer Haut hinterlassen und diverse Krankheiten auslösen.

Insektenstiche erkennen und behandeln

Nur: Wie lassen sich die Stiche voneinander unterscheiden? Und was kann ich tun?

Wir zeigen, wie du Insektenstiche erkennen und behandeln kannst!:

Mücken

Mücken ernähren sich von unserem Blut. Weil sie ein bestimmtes, im menschlichen Blut enthaltenes Eiweiß brauchen, um ihre Eier bilden zu können, stechen nur die Mückenweibchen zu.

Wenn die Mücke mit ihrem Rüssel in unsere Haut einsticht, gelangt über ihren Speichel ein anderes Eiweiß in die offene Hautstelle, durch das unser Blut gerinnt.

Bemerkt unser Immunsystem das fremde Eiweiß, löst es eine Alarmreaktion aus. Diese äußert sich in Juckreiz. Außerdem reagiert der Körper mit einer Entzündung. Deshalb rötet sich die Haut um die Einstichstelle herum und schwillt leicht an. Eine ähnliche Wunde wie eine Stechmücke hinterlässt auch eine Kriebelmücke.

Weil sie aber nicht sticht, sondern beißt, ist die Wunde etwas größer und oft schmerzhafter.

Ein wichtiges Merkmal, das Mückenstiche von anderen Insektenstichen unterscheidet, ist der starke Juckreiz. In den meisten Fällen heilt die Wunde nach etwa drei Tagen von alleine und ohne weitere Komplikationen ab.

Um den Juckreiz zu lindern, kannst du die Stelle mit Wasser und Seife abwaschen und die Haut kühlen. Auch sogenannte Stichheiler können helfen. Sie erwärmen die Haut punktuell und zerstören dadurch das Eiweiß des Insekts.

Ist der Juckreiz stark ausgeprägt, kannst du eine Creme mit Kortison auftragen. Kortison unterdrückt die Immun- und die Entzündungsreaktion.

Mücken können Krankheiten wie das Dengue-Fieber oder das West-Nil-Virus übertragen. Allerdings gilt das für die Mückenarten, die dort leben, wo tropische Temperaturen herrschen. Die Mücken, die in unseren Breitengraden heimisch sind, sind zwar nervig, aber in aller Regel ungefährlich.

Bienen und Wespen

Bienen und Wespen haben kein Interesse an unserem Blut. Sie stechen nur dann zu, wenn sie sich bedroht fühlen. Vor allem Bienen setzen nur im äußersten Notfall ihren Stachel ein, denn der Stachel verbleibt in unserer Haut und die Biene stirbt kurze Zeit später.

Einen Bienen- oder Wespenstich bemerkst du auf jeden Fall, weil er sofort schmerzt und brennt. Dazu kommt eine leichte Schwellung.

Um sich zu verteidigen, injizieren die Insekten über ihren Stachel Gift in Form von Proteinen in unsere Haut. Hilfreich ist deshalb, den giftigen Eiweißen mit einem Stichheiler entgegenzuwirken oder sie mit einem sogenannten Saugstempel aus der Haut zu ziehen.

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Kalte Umschläge oder Kortisonsalben lindern den Schmerz.

Manche Menschen reagieren allergisch auf das Wespen- oder Bienengift. Dann treten Symptome wie Atemnot, eine Schwellung von Gesicht und Hals, Schluckbeschwerden, Schwindel, Übelkeit oder Herzrasen auf.

Bei einer allergischen Reaktion solltest du umgehend den Rettungsdienst rufen.

Zecken

Zecken ernähren sich von Blut und stechen dafür mit ihrem Mundwerkzeug zu. Dabei saugen sowohl die Weibchen als auch die Männchen unser Blut, aber auch das Blut von Tieren.

Ein Stich kann unbemerkt bleiben, weil die vollgesogene Zecke von ihrem Opfer abfällt. Die Einstichstelle erkennst du an einem kleinen roten Punkt. Später kann sich eine sogenannte Wanderröte entwickeln.

Das ist eine Rötung, die sich ringförmig um die Einstechstelle herum ausbreitet. Juckreiz und eine leichte Schwellung sind ebenfalls typisch.

Über ihren Speichel können Zecken Bakterien und Viren übertragen, die Erkrankungen wie Borreliose oder die Hirnhautentzündung FSME hervorrufen. Steckt eine Zecke noch an der Einstichstelle fest, solltest du sie mit einer speziellen Zeckenzange oder einer Pinzette entfernen.

Greife die Zecke dazu möglichst nah am Kopf und ziehe sie heraus. Danach solltest du die Stelle desinfizieren, um eventuelle Krankheitserreger abzutöten und so das Risiko einer Infektion zu senken.

Insektenstiche erkennen und behandeln (1)

Flöhe

Flöhe ernähren sich ausschließlich von Blut. Obwohl sie eigentlich Tiere wie Hunde und Katzen bevorzugen, greifen sie notfalls aber auch auf den Menschen zurück.

Flohstiche machen sich als kleine rote, leicht geschwollene Flecken bemerkbar, die meist in Gruppen oder in Form einer Spur auftreten.

In vielen Fällen befinden sich die Stiche an den Knöcheln, den Beinen oder an Körperstellen, an denen du enganliegende Kleidung getragen hast.

Ähnlich wie Mückenstiche können auch Flohstiche stark jucken. Linderung kann verschaffen, die betroffenen Stellen mit Wasser und Seife abzuwaschen oder ein Präparat mit Kortison aufzutragen.

Menschenflöhe können verschiedene Krankheiten übertragen, darunter Borreliose, Kinderlähmung und Schweinepest. Allerdings sind Menschenflöhe bei uns sehr selten. In den meisten Fällen triffst du auf Hundeflöhe.

Bettwanzen

Über befallene Gegenstände wie gebrauchte Kleidung oder Polstermöbel gelangen Bettwanzen in die Wohnung und nisten sich dann in Matratzen oder dem Bettzeug ein. Weil sie sich von menschlichem Blut ernähren, beißen sie zu, während wir schlafen.

Bisse von Bettwanzen äußern sich in Gruppen aus kleinen roten, stark juckenden Flecken. Obwohl die Bisse überaus lästig sind, geht von ihnen keine Gefahr aus.

Bislang hat die Wissenschaft noch keine Übertragung einer Krankheit durch Bettwanzen festgestellt. Gegen den Juckreiz helfen Wasser und Seife oder Kortisonsalben.

Um dem Treiben ein Ende zu bereiten, solltest du die befallenen Gegenstände dekontaminieren oder entsorgen.

Wie kann ich mich vor Insektenstichen schützen?

Bei allen Insektenstichen gilt, dass wir sie auf keinen Fall aufkratzen sollten. Sonst besteht die Gefahr, dass Bakterien und andere Erreger in die Wunde gelangen, die teils schwere Infektionen hervorrufen können.

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Wirke dem Juckreiz deshalb mit Wasser und Seife, Kühlung, einem Stichheiler oder einer kortisonhaltigen Salbe entgegen.

Zu den effektivsten Abwehrmitteln gegen Mücken- und Zeckenstiche gehören lange Kleidung und Präparate, die die Wirkstoffe Diethyltoluamid oder Icaridin enthalten.

Warst du draußen und hast dich auf einer Wiese aufgehalten oder bist durch einen Wald spaziert, solltest du deinen Körper nach Stichen absuchen. Vor einigen Erkrankungen wie FSME kannst du dich durch eine Impfung schützen. Gegen die Stiche anderer Insekten gibt es bislang leider keinen wirksamen Schutz.

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