Altbewährtes Heilmittel: Melissengeist selbstgemacht

Altbewährtes Heilmittel: Melissengeist selbstgemacht

Melissengeist ist ein altbewährtes Heilmittel mit einer sehr langen Tradition. Die namensgebende Melisse wurde schon früh in Klostergärten angepflanzt und als Heilkraut verwendet. Nonnen des Karmeliter-Ordens entwickelten dann das Rezept für den Melissengeist. Im Jahr 1611 kam der Melissengeist in Paris erstmals auf den Markt.

Altbewährtes Heilmittel Melissengeist selbstgemacht

Bis heute wird die Klostermedizin für ihre heilsame Wirkung geschätzt. Doch es ist nicht notwendig, das Heilmittel fertig zu kaufen. Wer möchte, kann seinen Melissengeist nämlich selbst herstellen.

Wir erklären, wie es geht!:

Melissengeist selbstgemacht – die Zutaten

Die wichtigste Zutat für den Melissengeist ist frische Melisse. Sie ist auch als Zitronenmelisse bekannt. Dazu kommen verschiedene Gewürze und Alkohol als Flüssigkeit.

Das Rezept lautet wie folgt:

  • großer Bund frische Zitronenmelisse

  • Schale von zwei Zitronen

  • ein etwa walnussgroßes Stück frischer Ingwer

  • je ein Esslöffel Engelwurz, Koriandersamen und Kardamomkapseln

  • je ein Teelöffel Nelken und Pfefferkörner

  • ein halber Teelöffel geriebene Muskatnuss

  • ein Teelöffel Honig

  • eine halbe Vanilleschote

  • eine Zimtstange

  • ein Liter Doppelkorn, Wodka oder Gin

Je nach persönlichem Geschmack kann die Menge der Gewürze natürlich variiert werden. Wer mag, kann außerdem noch Alantwurzel und ein paar Rosenblätter hinzufügen. Und wer keinen Alkohol verwenden möchte, kann seinen Melissengeist stattdessen mit einem Sauerhonig ansetzen. Dazu gleich mehr.

An Arbeitsmitteln werden dann noch ein großes Einmachglas, eine oder zwei saubere Flaschen und ein Sieb benötigt.

Melissengeist selbstgemacht – so geht’s

Die Zubereitung des Melissengeistes ist denkbar einfach. Zunächst wird die Melisse vorbereitet. Dazu das Kraut kurz unter Wasser abspülen und trocken schütteln. Anschließend die Blätter vorsichtig von den Stängeln zupfen oder abstreifen und grob zerkleinern.

Die Zitronen werden unter heißem Wasser gut abgewaschen. Anschließend mit einem Zestenreißer, dem Sparschäler oder dem Messer die Zitronenschalen in feine Streifen schneiden. Den Ingwer nur abbürsten, aber nicht schälen. Denn die meisten Wirkstoffe sitzen direkt unter der Schale. Der Ingwer wird in dünne Scheiben geschnitten.

Die festen Gewürze können in den Mörser gegeben und leicht angestoßen werden. Wer keinen Mörser hat, kann die Gewürze auch mit dem Messerrücken etwas andrücken. Die Vanilleschote einmal längs aufschneiden. Die Zimtstange bleibt so, wie sie ist.

Nachdem alle Zutaten vorbereitet sind, werden die Melissenblätter, der Honig und alle Gewürze in ein großes Einmachglas geschichtet. Anschließend wird das Glas mit dem Alkohol aufgefüllt.

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Das gut verschlossene Glas wird nun für etwa acht Wochen an einen warmen Ort (aber nicht in die Sonne) gestellt. Zwischendurch kann das Glas immer mal wieder leicht geschüttelt werden. Nach der Ziehzeit wird der Melissengeist durch ein Sieb gefiltert und in saubere Flaschen abgefüllt. Fertig!

Die Alternative: Melissengeist ohne Alkohol

Normalerweise wird Melissengeist mit Doppelkorn, Wodka oder auch Gin zubereitet. Wer keinen Alkohol verarbeiten möchte, kann aber auch auf Sauerhonig zurückgreifen. Sauerhonig ist ebenfalls ein altbewährtes Arzneimittel, ein anderer Name dafür ist Oxymel.

Für den Sauerhonig werden

  • 250 Milliliter Apfelessig,

  • 750 Gramm Honig und

  • 10 Gramm Salz

benötigt. Der Essig und der Honig werden in ein Gefäß gegeben und gut miteinander verrührt, bis sich der Honig aufgelöst hat. Zum Schluss wird das Salz untergemischt.

Damit ist der Sauerhonig auch schon fertig. Für den Melissengeist wird er dann anstelle des Alkohols über die Melisse und die Gewürze gegossen.

Die Anwendung vom selbstgemachten Melissengeist

Die fein duftende Zitronenmelisse ist in vielen Kräutergärten anzutreffen. Denn sie ist robust, gedeiht prächtig und lässt sich in der Küche sehr vielseitig einsetzen. Im Sommer etwa genügen schon ein paar Blätter, um simplem Wasser ein tolles Aroma zu verleihen.

Doch die Melisse ist auch ein altbekanntes Heilkraut. Ihre entspannende und beruhigende Wirkung kommt sowohl dem Nervenkostüm als auch dem Magen-Darm-Trakt zugute. Äußerlich unterstützt das Heilkraut den Kampf gegen Viren.

Die vielen guten Eigenschaften der Melisse macht sich natürlich auch der Melissengeist zunutze. Deshalb kann er bei verschiedenen Beschwerden angewendet werden, und das sowohl innerlich als auch äußerlich.

Weil er ausgleichend und beruhigend wirkt, hilft Melissengeist bei innerer Unruhe, Stress, Einschlafstörungen und Wetterfühligkeit. Daneben ist Melissengeist ein bewährtes Hausmittel bei Völlegefühl, Blähungen und Magen-Darm-Beschwerden.

Außerdem lindert Melissengeist die Symptome einer beginnenden Erkältung. Für die innerliche Anwendung wird bis zu dreimal täglich ein Esslöffel voll getrunken. Wer den Melissengeist pur nicht mag, kann ihn auch in Wasser oder Tee mischen.

Äußerlich angewendet, hilft Melissengeist bei Kopfschmerzen und Migräne. Dazu die Schläfen mit der Tinktur einreiben. Auch bei Lippenherpes können die Bläschen mit Melissengeist abgetupft werden. Hier kommt die antivirale Wirkung zum Tragen.

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Heiner Trautmann, 53 Jahre, Pflegedienstleitung, Anita Bokel, 46 Jahre, Stationsleiterin, Peter Machinski, 41 Jahre, Inhaber Agentur für Altenpflege und Haushaltshilfen, sowie Mike Bocholt, 39 Jahre, Qualitätsmangament und Christian Gülcan als Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Ratgeber und Tipps zum Thema Pflege, Betreuung, Gesundheit und medizinische Versorgung.

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