8 Gesundheitsmythen auf dem Prüfstand

8 Gesundheitsmythen auf dem Prüfstand

Es gibt kaum ein Thema, zu dem es so viele Theorien und Ratschläge gibt wie zur Gesundheit. Und so kennt vermutlich jeder allerlei vermeintliche Wahrheiten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.

8 Gesundheitsmythen auf dem Prüfstand

Dass einige Behauptungen wie zum Beispiel, dass die Augen so bleiben, wenn jemand zum Spaß schielt, Quatsch sind, zeigt sich spätestens beim Selbstversuch. Andere Ratschläge hingegen klingen durchaus logisch und plausibel.

Grund genug, einmal acht gängige Gesundheitsmythen auf den Prüfstand zu stellen:

  1. Kaffee entzieht dem Körper Wasser.

Wer im Café einen Kaffee oder Espresso bestellt, bekommt oft ein Glas Wasser dazu. Kein Wunder, schließlich entzieht der Kaffee dem Körper ja Wasser. Außerdem muss jemand, der viel Kaffee trinkt, auch ziemlich oft auf die Toilette.

Der Mythos, dass Kaffee dem Körper Wasser entzieht, ist so aber nicht richtig. Es stimmt zwar, dass Kaffee harntreibend ist. Wasser entzieht das belebende Heißgetränk dem Körper aber nicht.

  1. Weiße Flecken auf den Fingernägeln entstehen durch Kalziummangel.

Einige Menschen haben gar keine weißen Flecken auf den Fingernägeln, andere nur ab und zu und wieder andere gar nicht. Wenn kleine weiße Stellen auftauchen, wird das oft als ein Mangel an Kalzium interpretiert, der durch eine falsche Ernährung zustande kommt.

In Wahrheit haben die weißen Flecken aber nichts mit einem Nährstoffmangel zu tun. Sie entstehen vielmehr dann, wenn die Nagelplatten bei der Verhornung nicht richtig miteinander verschmelzen.

Die Ursache dafür wiederum können zum Beispiel kleine Verletzungen oder Druckeinwirkungen sein. Letztlich sind die weißen Stellen nichts anderes als kleine Lufteinschlüsse. Sie sind medizinisch völlig unbedenklich und wachsen mit der Zeit von selbst wieder heraus.

  1. Die Nase hochzuziehen, kann zu einer Nasennebenhöhlenentzündung führen.

Wenn das Wetter umschlägt, lässt oft auch eine Erkältung nicht lange auf sich warten. Und bei Schnupfen ist wichtig, regelmäßig die Nase zu putzen.

Denn wenn der Schleim nicht schnellstmöglich aus dem Körper kommt, kann er sich durch das Hochziehen der Nase in den Nebenhöhlen einnisten und dort für eine schlimme Entzündung sorgen. So zumindest lautet eine gängige Weisheit.

Tatsächlich ist aber genau das Gegenteil richtig. Durch ständiges Schnäuzen und Schniefen entsteht ein Druck im Kopf. Dieser Druck kann den Schleim in die Nebenhöhlen und schlimmstenfalls durch einen Kanal im Nasen-Rachen-Raum sogar ins Mittelohr transportieren.

Besser ist deshalb, die Nase hochzuziehen. Auf diese Weise gelangt der Schleim in den Magen, wo ihn die Magensäure unschädlich macht.

Deshalb: Die Nase hochzuziehen, mag zwar unappetitlich wirken, ist letztlich aber gesünder als ständiges Naseputzen.

  1. Cola und Salzstangen helfen bei Magen-Darm-Problemen.

Ein Gutes hatten eine Magenverstimmung und Durchfall ja: Als Kind gab es Cola und Salzstangen satt. Schließlich gelten Cola und Salzstangen schon seit Generationen als altbewährte Hausmittel bei Magen-Darm-Problemen.

Tatsächlich handelt es sich aber um einen Mythos. Es ist zwar richtig und wichtig, dem Körper die Flüssigkeit und die Mineralien zurückzuführen, die er bei Durchfall und Erbrechen verliert.

Cola ist aber deshalb nur bedingt geeignet, weil das enthaltene Koffein den Durchfall noch verschlimmern kann. Der Zucker wiederum kann dem Körper zusätzlich Wasser und auch Kalium entziehen.

Besser ist deshalb, einen leicht gesüßten Tee zu trinken oder sich eine Elektrolytlösung aus der Apotheke zu besorgen. Und den Magen beruhigt Zwieback wesentlich besser als Salzstangen.

  1. Krummes Sitzen ist schlecht für den Rücken.

Von Kindesbeinen an werden wir dazu ermahnt, gerade auf dem Stuhl zu sitzen. Doch die vermeintlich ordentliche Sitzhaltung ist für den Rücken gar nicht so gut.

Eine Studie hat gezeigt, dass die Belastung für den Rücken bei einer aufrechten Sitzhaltung viel größer ist als beim bequemen Lümmeln. Eine andere Studie kam zu dem Ergebnis, dass eine um 135 Grad nach hinten geneigte Rückenlehne optimal ist. So werden die Bandscheiben nämlich am meisten geschont.

Viel wichtiger als die Sitzhaltung ist aber regelmäßige Bewegung. Denn die Bewegung stellt sicher, dass das Bandscheiben- und Knorpelgewebe ordentlich durchblutet wird. Wer also viel sitzen muss, sollte seine Haltung immer wieder verändern und zwischendurch öfter mal aufstehen und herumlaufen.

  1. Fingerknacken kann Rheuma auslösen.

Um Stress abzubauen oder aus Langeweile lassen viele Menschen ihre Finger knacken. Andere Leute empfinden das Geräusch als äußerst unangenehm. So oder so ist ein gängiger Mythos, dass Fingerknacken Gelenkprobleme verursachen und sogar zu Rheuma führen kann.

Dieser Mythos ist falsch. Das Fingerknacken kann zwar kleine Schwellungen hervorrufen und die Kraft in den Händen verringern. Diese Effekte bleiben aber nur für kurze Zeit bestehen.

Langfristige Schäden sind nicht zu befürchten. Ganz im Gegenteil, setzen Chiropraktiker das Knacken sogar gezielt als Behandlungsmethode ein, um Blockaden in Gelenken zu lösen.

Natürlich gibt es bessere Methoden zum Stressabbau. Gefährlich ist das ungeliebte Knacken aber nicht.

  1. Wasser auf Steinobst macht Bauchschmerzen.

“Auf Kirschen, Pfirsiche und anderes Steinobst bloß kein Wasser trinken! Sonst drohen schlimme Bauschmerzen.” – Diese alte Weisheit hat vermutlich jeder schon einmal gehört.

Früher war die Kombination aus Steinobst und Wasser tatsächlich keine gute Idee. Denn das Trinkwasser enthielt oft Bakterien, durch die das Steinobst im Magen zu gären begann.

Doch bei der heutigen Trinkwasserqualität sind keine unerwünschten Nebenwirkungen zu befürchten.

  1. Zähneputzen nach dem Essen verhindert Karies.

“Nach dem Essen das Zähneputzen nicht vergessen!” – Auch diesen Satz kennen die meisten wohl seit ihren frühen Kindestagen. Und die Aufforderung scheint durchaus logisch. Schließlich können sich sonst Beläge auf den Zähnen bilden, die der ideale Nährboden für Karies-Bakterien sind.

Das Problem an der Sache ist nur, dass die Kohlenhydrate aus der Nahrung in Säuren umgewandelt werden. Die Säuren greifen den Zahnschmelz und damit die Schutzschicht der Zähne an.

Werden die Zähne direkt nach dem Essen geputzt, wird der Effekt verstärkt. Anstelle der Bakterien wird also letztlich der Zahnschmelz angegriffen.

Besser ist deshalb, sich auf den Speichel zu verlassen. Als natürlicher Bakterienschutz neutralisiert er die Säure. Das dauert ungefähr eine halbe Stunde. Danach kann der Griff zur Zahnbürste erfolgen.

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Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Heiner Trautmann, 53 Jahre, Pflegedienstleitung, Anita Bokel, 46 Jahre, Stationsleiterin, Peter Machinski, 41 Jahre, Inhaber Agentur für Altenpflege und Haushaltshilfen, sowie Mike Bocholt, 39 Jahre, Qualitätsmangament und Christian Gülcan als Betreiber und Redakteur dieser Seite, schreiben hier Wissenswertes, Ratgeber und Tipps zum Thema Pflege, Betreuung, Gesundheit und medizinische Versorgung.
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