6 Basis-Einrichtungstipps fürs Krankenzimmer

6 Basis-Einrichtungstipps fürs Krankenzimmer

Ein schön eingerichtetes Krankenzimmer kann sich positiv auf den Gesundheitszustand auswirken. Doch worauf kommt es bei der Einrichtung an?

Wenn eine Person schwer erkrankt oder zum Pflegefall wird, verbringt sie meist sehr viel Zeit in ihrem Krankenzimmer. Manchmal kann die Person ihr Zimmer auch gar nicht mehr verlassen, sondern bleibt die ganze Zeit über im Bett liegen. Umso wichtiger ist dann, dass das Krankenzimmer behaglich und wohnlich eingerichtet ist.

Denn das Krankenzimmer wird zum Wohnraum des Patienten und wenn sich er sich darin wohlfühlt, hat das positive Auswirkungen auf seinen Gesamtzustand. Selbst wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, so ist die Situation für den Patienten zumindest viel leichter zu ertragen. Andererseits muss ein Krankenzimmer natürlich auch funktional sein. Anders lässt sich eine vernünftige Pflege kaum bewerkstelligen.

Es gilt also, einen guten Mittelweg zu finden. Doch das ist gar nicht so schwer. Denn letztlich sind es die Kleinigkeiten, die den Ausschlag geben. Im Folgenden haben wir sechs Basis-Einrichtungstipps fürs Krankenzimmer zusammengestellt.

 

Zunächst ein paar grundlegende Dinge vorweg

Wird das Krankenzimmer zu Hause eingerichtet, muss als erstes geklärt werden, welcher Raum sich überhaupt eignet. Denn nicht immer kann das bisherige Schlaf- oder Wohnzimmer zum künftigen Kranken- oder Pflegezimmer umfunktioniert werden. Grundsätzlich sollte das Krankenzimmer folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Das Krankenzimmer sollte groß genug sein, damit sich der Patient nicht eingeengt oder wie in einer Abstellkammer fühlt. Eine ausreichende Größe ist außerdem wichtig, damit die Pflegemaßnahmen gut durchgeführt werden können.
  • Das Krankenzimmer sollte genug Platz für die Möbel und die Einrichtungsgegenstände bieten. Dabei gehören das Pflegebett, ein Nachttisch, ein Sessel, eine Kommode, eventuell ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen für Besucher und ein paar persönliche Dinge des Patienten in das Krankenzimmer.
  • Das Krankenzimmer sollte einerseits gelüftet und andererseits gleichmäßig beheizt werden können.
  • Das Krankenzimmer sollte möglichst nicht zu weit vom Badezimmer entfernt liegen.
  • Das Krankenzimmer muss für den Arzt, eventuell für einen Pflegedienst und im Notfall für den Rettungsdienst ohne Schwierigkeiten zu erreichen sein.

Tipp Nr. 1: Den Blick nach draußen ermöglichen.

Das Krankenzimmer sollte über mindestens ein großes Fenster verfügen. Das Fenster ist aber nicht nur deshalb wichtig, weil es für Tageslicht sorgt und ein Lüften des Krankenzimmers ermöglicht. Auch für den Patienten ist es angenehm, wenn er immer wieder nach draußen schauen und seinen Blick in die Weite schweifen lassen kann.

Ideal ist dabei ein Blick ins Grüne. So hat eine Studie gezeigt, dass Patienten nach einer Gallenblasen-OP weniger Schmerzmittel brauchten und schneller gesund wurden, wenn sie von ihrem Krankenzimmer aus keine Mauern und Betonwände, sondern Bäume sahen. Lässt sich in der Großstadt eine solche Aussicht nicht ermöglichen, kann ein großes Bild mit einer Landschaft eine gute Alternative sein. Denn auch ein Bild öffnet den Blick und lässt den Patienten träumen.

 

Tipp Nr. 2: Rückzugsräume schaffen.

Der menschliche Körper ist ein wichtiger und persönlicher, gleichzeitig aber sehr kleiner Schutzraum. Ein kranker oder geschwächter Körper bietet allerdings viel weniger Schutz nach außen als ein gesunder Körper. Kranke benötigen deshalb mehr Rückzugsmöglichkeiten.

Aus diesem Grund ist es optimal, wenn es im Krankenzimmer Ecken oder Nischen gibt, damit sich der Patient nicht ständig wie auf dem Präsentierteller fühlt. Auch ein Sessel oder ein Stuhl, der am Bett steht und dessen Lehne zur Tür zeigt, schafft einen kleinen Rückzugsraum und schirmt den Patienten vor Blicken von draußen ab.

 

Tipp Nr. 3: Auf sanftes Licht achten.

Damit die Pflegeperson und der Arzt bei ihrer Arbeit alles gut sehen können, ist ein Krankenzimmer oft grell beleuchtet. Ein sehr helles, künstliches Licht stört aber die innere Uhr des Patienten. Schlafstörungen und auch Depressionen können die Folge sein.

Besser ist deshalb, wenn möglichst viel Tageslicht ins Krankenzimmer fällt. Eine Alternative dazu kann eine Lampe sein, die Tageslicht simuliert und in ihrer Intensität den natürlichen Tagesverlauf nachahmt. Beim Essen und Waschen, bei der Gabe von Medikamenten, bei Verbandswechseln und bei anderen Pflegemaßnahmen kann dann zeitweise und punktuell helles Licht zum Einsatz kommen.

 

Tipp Nr. 4: Nach Möglichkeit keine weiße Decke.

Ein kranker oder pflegebedürftiger Patient muss viel im Bett liegen und schaut dabei oft an die Decke. Sieht er dabei eine weiße und leere Fläche, ist das schlecht für die Seele und damit für das Wohlbefinden und die Selbstheilungskräfte.

Besser ist deshalb, wenn die Decke in einem hellen und warmen Farbton gestrichen ist. Noch besser ist, wenn an der Decke verschiedene Formen oder sogar richtige Motive zu erkennen sind.

 

Tipp Nr. 5: Die Wände hell, den Boden dunkel gestalten.

Weiße Wände wirken zwar sauber, aber gleichzeitig auch kalt, kahl und steril. Wärme und Geborgenheit hingegen strahlen warme Farben wie Gelb- und Orangetöne aus. Diese sollten am besten zu sanften Pastelltönen abgetönt sein. Wichtig für den Wohlfühleffekt ist aber auch die Verteilung der Farben. Während die Wände hell und freundlich sein sollten, darf der Boden ruhig dunkler sein. Warme Brauntöne beispielsweise erden im übertragenen Sinne und vermitteln so ein Gefühl von Sicherheit.

Kleine Farbakzente können zudem die Vorhänge oder Kissen setzen. Gleiches gilt für Grünpflanzen, die zugleich etwas Leben ins Krankenzimmer bringen. Auch persönliche Gegenstände des Patienten wie Fotos oder Erinnerungsstücke aus Urlauben tragen zur Wohlfühlatmosphäre bei. Bettvorleger, Kabel und ähnliche Gegenstände hingegen sollten entfernt werden, denn sie können schnell zur Stolperfalle für den Patienten und die Pflegeperson werden.

 

Tipp Nr. 6: Die richtige Mischung aus Teilnahme und Ruhe finden.

Das Krankenzimmer sollte nicht in der hintersten Ecke des Hauses untergebracht sein. Denn der Patient sollte sich nicht ausgeschlossen fühlen, sondern das Alltagsleben mitbekommen. Andererseits braucht eine kranke oder pflegebedürftige Person Ruhe. Deshalb sollte sichergestellt sein, dass Lärm draußen bleibt, wenn die Tür und das Fenster geschlossen sind. Auch ein Teppichboden im Krankenzimmer dämpft störende Geräusche.

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