Wohnkonzepte für Senioren – Infos und Tipps, 2. Teil

Wohnkonzepte für Senioren – Infos und Tipps, 2. Teil

Es gibt inzwischen viele verschiedene Wohnkonzepte für Senioren. Vom Wohnen in der eigenen Wohnung über eine Rentner-WG oder ein Altenheim bis hin zur Auswanderung ist alles möglich. Natürlich spielen dabei die persönlichen Vorlieben eine Rolle, genauso aber auch die körperliche Verfassung und die finanziellen Möglichkeiten.

Senioren Wohnkonzepte

Jedenfalls ist es gut, sich frühzeitig Gedanken zu machen. Denn wenn sich die Lebensumstände ändern, kann der Senior besser und schneller reagieren, wenn er weiß, wie er künftig leben möchte.

In einem zweiteiligen Beitrag nennen wir verschiedene Wohnkonzepte für Senioren und zeigen auf, welche Vor- und Nachteile sie haben.

Dabei ging es im 1. Teil um das Wohnen in der eigenen Wohnung, das Mehrgenerationenhaus und die Senioren-WG.

Hier ist der 2. Teil!:

 

Betreutes Wohnen

Das Betreute Wohnen basiert auf der Idee, dass der Senior in einer eigenen Wohnung lebt, bei Bedarf aber betreut wird. Andere Bezeichnungen für dieses Wohnkonzept lauten Wohnen mit Service, Seniorenwohnen oder Wohnen Plus.

Das Betreute Wohnen trägt einerseits dem Wunsch Rechnung, eigenständig und selbstbestimmt in einer altersgerechten, barrierefreien Wohnung zu wohnen. Andererseits stehen verschiedene Leistungen in Sachen Versorgung, Betreuung und Pflege zur Verfügung, auf die der Senior bei Bedarf zurückgreifen kann. Deshalb kann das Betreute Wohnen ein guter Kompromiss sein, wenn der Senior nicht in seiner bisherigen Wohnung bleiben kann oder will, aber auch nicht in eine Wohneinrichtung für Senioren umziehen möchte.

Die genaue Ausgestaltung des Wohnkonzepts variiert je nach Träger und Anbieter. So gibt es ganze Wohnanlagen, die in dieser Form betrieben werden. In anderen Fällen sind altersgerechte Wohnungen in normale Wohnhäuser integriert und das Betreuungspersonal führt regelmäßig Hausbesuche durch.

Ausführliche Informationen zu den Leistungen und den Kosten rund ums Betreute Wohnen stellt das Bundesfamilienministerium zur Verfügung. Adressen von Anbietern und Anlagen erfährt der Senior bei seiner Gemeinde- oder Stadtverwaltung.

Aber Achtung:

Betreutes Wohnen ist kein geschützter Begriff. Deshalb kann jeder Anbieter diese Bezeichnung für seine Objekte verwenden. Bevor sich der Senior entscheidet, sollte er sich deshalb sowohl die Wohnung als auch die Leistungen genau anschauen. Optimal ist, wenn der Senior ein paar Tage lang in einer Gästewohnung wohnen kann. So kann er ausprobieren, ob er sich wohlfühlt und die Anlage sein neues Zuhause werden könnte.

 

Die größten Vor- und Nachteile vom Betreuten Wohnen

 

Vorteile Nachteile
Der Senior bleibt selbstständig und bewahrt sich seine eigenen vier Wände. Es kann schwierig werden, eine passende Wohnanlage zu finden.
Der Senior bezieht eine altersgerechte, barrierefreie Wohnung. Und wenn er Hilfe braucht, kann er jederzeit darauf zurückgreifen. Der Senior zieht um und muss sich an die neue Lebenssituation gewöhnen.
Im Umfeld leben Senioren in der gleichen Situation. So können neue Kontakte entstehen und gemeinsame Interessen geteilt werden. Das Betreute Wohnen kann vergleichsweise teuer sein.

 

Wohnen in einer Senioreneinrichtung

Viele Senioren schrecken zurück, wenn sie hören, dass sie ins Heim sollen. Und zweifelsohne ist der Umzug in eine Wohneinrichtung ein tiefer Einschnitt, der die gesamte Lebenssituation verändert. Aber manchmal ist es die beste Lösung. Denn in einer Seniorenwohneinrichtung wird der Senior betreut und versorgt, bei Bedarf auch gepflegt. Er ist nicht alleine und kann sich trotzdem jederzeit zurückziehen, wenn er seine Ruhe haben möchte.

Wohneinrichtungen für Senioren lassen sich in drei große Gruppen einteilen:

  1. Das Seniorenwohnheim wird auch Altenwohnheim genannt und umfasst in sich geschlossene Appartements. In seinem Appartement führt der Senior seinen eigenen Haushalt. Wenn er möchte, kann er aber verschiedene Leistungen der Einrichtung in Anspruch nehmen. Dabei kann es sich beispielsweise um die Reinigung der Wohnung oder das tägliche Mittagessen handeln. In manchen Einrichtungen gibt es auch qualifiziertes Pflegepersonal, das bei alltäglichen Verrichtungen unterstützt. Vom Grundprinzip her erinnert ein Seniorenwohnheim eher an ein Hotel. Kostengünstigere Einrichtungen werden oft von Wohlfahrtverbänden oder der Kommune getragen. Teurere Einrichtungen befinden sich häufig in privater Trägerschaft. Sie werden auch Residenzen genannt und bieten umfangreichere Leistungen wie Wellness-Einrichtungen und kulturelle Angebote.
  2. Im Seniorenheim oder auch Altenheim bewohnt der Senior meist ein Einzelzimmer mit kleinem Bad. In manchen Heimen kann der Senior auch in einem kleinen Apartment oder andersherum in einem Zweibettzimmer wohnen. Sein Essen bereitet sich der Senior nicht selbst zu. Stattdessen kümmert sich das Heim um die Mahlzeiten. Braucht der Senior Hilfe beim Anziehen, bei der Körperpflege oder bei Erledigungen, helfen ihm die Pflegekräfte. Oft werden in einem Seniorenheim verschiedene Aktivitäten angeboten, an denen der Senior teilnehmen kann.
  3. Ein Pflegeheim, auch Altenpflegeheim genannt, bietet eine umfassende medizinische Betreuung für Pflegebedürftige. Oft gehört ein Pflegeheim zu einem Seniorenheim dazu. Sollte der Senior zum Pflegefall werden, muss er dadurch nicht komplett umziehen, sondern kann innerhalb der Wohneinrichtung von einem Bereich in den anderen wechseln. Die Kosten für die Pflegeleistungen, die das Pflegeheim abrechnen kann, geben die Pflegekassen vor. Dazu kommen aber noch die Kosten für die Unterkunft, die Verpflegung und sogenannte Investitionskosten. Wie hoch die Zusatzkosten ausfallen, ist von Heim zu Heim verschieden.

Auf der Suche nach einer passenden Wohneinrichtung kann sich der Senior an seine Kranken- oder Pflegekasse wenden. Die Wohlfahrtsverbände und die Gemeinde- oder Stadtverwaltung können ebenfalls gute Ansprechpartner sein. Daneben kann der Senior im Internet recherchieren oder Wohneinrichtungen über das Telefonbuch ausfindig machen und sich die Heime direkt vor Ort anschauen. Oft bieten die Einrichtungen auch ein Probewohnen für ein paar Tage an.

Tipp: Grundsätzlich sollte der Senior seine Entscheidung nicht überstürzen. Zwischen den Heimen gibt es mitunter große Unterschiede, sowohl mit Blick auf die Ausstattung und die Qualität als auch hinsichtlich der Kosten. Der Senior sollte sich deshalb ruhig mehrere Heime anschauen und die Einrichtungen miteinander vergleichen.

 

Die größten Vor- und Nachteile vom Wohnen in einer Einrichtung

 

Vorteile Nachteile
Der Senior findet schnell Kontakt zu anderen Bewohnern, Pflegekräften und Besuchern. Dadurch vereinsamt er nicht, auch wenn er selbst keine Angehörigen hat. Der Senior muss seine vertraute Umgebung gegen ein Heim austauschen.
Der Senior kann sich in sein Zimmer oder Appartement zurückziehen und behält so seine Privatsphäre. Meist gibt es feste Abläufe, beispielsweise bei den Mahlzeiten, an die sich der Senior halten muss.
Alltägliche Dinge wie Wäschewaschen, Kochen oder Einkaufen muss der Senior nicht selbst erledigen. Die Auswahl einer passenden Einrichtung kann schwierig sein. Und Heime mit gutem Ruf haben oft lange Wartelisten.
Braucht der Senior Hilfe oder wird er zum Pflegefall, ist seine Versorgung und Betreuung sichergestellt. Die Kosten sind teilweise sehr hoch.

 

Auswandern

Mal ist es das angenehmere Klima, mal die niedrigeren Lebenshaltungskosten und mal die Erfüllung eines langgehegten Traums: Viele Senioren möchten ihren Lebensabend im Ausland verbringen. Die USA und Thailand, aber auch europäische Nachbarstaaten wie Spanien, Portugal, die Niederlande, Österreich oder Skandinavien sind bei Senioren beliebt.

Bevor der Senior einen solchen Schritt wagt, sollte er die Auswanderung aber gut planen. Denn er lässt nicht nur sein Umfeld zurück, sondern muss sich auf andere Lebensbedingungen einstellen. Es ist ein großer Unterschied, ob der Senior in einem Land nur seinen Urlaub verbringt oder ob er wirklich dauerhaft dort lebt und eventuell als Pflegefall auf Betreuung angewiesen ist.

Tipp: Beim Bundesverwaltungsamt findet der Senior viele nützliche Infos rund um die Auswanderung als Rentner. Außerdem gibt es dort Adressen von Ansprechpartnern, an die sich der Senior wenden kann.

 

Die größten Vor- und Nachteile vom Wohnen im Ausland

 

Vorteile Nachteile
Der Senior kann in einem Land leben, in dem er sich mit seiner Rente mehr leisten kann. Ein Umzug ins Ausland verursacht einen großen Organisationsaufwand und oft auch hohe Kosten.
Das Klima kann mit Blick auf die Gesundheit für den Senior vorteilhafter sein. Kulturelle Unterschiede und Sprachbarrieren können die Eingewöhnung erschweren.
Der Senior kann sich möglicherweise einen Lebenstraum erfüllen. Der Senior lässt sein vertrautes Umfeld und seine sozialen Kontakte zurück.

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