Mückenstiche richtig behandeln

Mückenstiche richtig behandeln

So schön der Sommer ist – in der warmen Jahreszeit haben leider auch Mücken Hochsaison. Die kleinen Plagegeister sind zwar nervig. Doch oft machen sie sich erst so richtig bemerkbar, wenn sie zugestochen haben und ihre Stiche die Haut anschwellen lassen und einen Juckreiz auslösen.

Mückenstiche behandeln

Diesen Juckreiz zu lindern, ist durchaus sinnvoll. Denn durch Kratzen können sich die Mückenstiche entzünden. Andererseits können Mückenschutzmittel dazu beitragen, dass es erst gar nicht zu Mückenstichen kommt.

 

Die Mückensaison

Im Schwimmbad, im Garten, abends vor dem Fernseher, nachts im Schlafzimmer: Stechmücken scheinen überall dort aufzutauchen, wo sich auch der Mensch gerne aufhält. Und das kommt nicht von ungefähr.

Denn Steckmücken werden zum einen von der Körperwärme und zum anderen von den Duftstoffen im Schweiß und im Atem angelockt. Zustechen tun jedoch nur die weiblichen Mücken. Sie brauchen das Blut für ihre Fortpflanzung. Dass die Mücken vor allem abends im Sommer und in der Nähe von Wasser auftauchen, hängt mit ihrer Eiablage zusammen.

Die Mückensaison wird jedoch immer länger. Auch wenn der Sommer noch nicht in Sicht oder schon längst vorbei ist, treiben die kleinen Plagegeister ihr Unwesen. Schuld daran sind die immer milderen Temperaturen. Weibliche Stechmücken überwintern gerne in feuchten, kühlen und ruhigen Räumen.

Das können beispielsweise Keller oder Scheunen sein. Dabei fallen sie in eine Art Kältestarre, die bis zum Frühling anhält. Im Unterschied dazu überleben männliche Mücken die kalte Jahreszeit nicht.

 

Die verschiedenen Mückenarten

Weltweit gibt es rund 3.500 verschiedene Stechmückenarten. Einige von ihnen können Krankheiten übertragen. Die Asiatische Tigermücke und die Asiatische Buschmücke beispielsweise gelten als gefährlich, weil sie den Gestochenen mit Erregern wie dem Denguefieber-Virus infizieren können. In tropischen Ländern wiederum führen Mückenstiche recht häufig zu Erkrankungen wie Gelbfieber oder Malaria.

Bei vielen dieser Krankheiten ist es inzwischen aber möglich, sich durch eine Impfung zuverlässig vor einer Ansteckung zu schützen. Vor einer Reise macht es deshalb Sinn, sich mit dem Hausarzt abzusprechen. Außerdem lohnt sich ein Blick auf die Internetseite des Auswärtigen Amtes. Dort gibt es Empfehlungen zum Impfschutz und Sicherheitshinweise für Gebiete mit einer hohen Ansteckungsgefahr.

 

Die Mückenstiche

Weibliche Mücken brauchen Bluteiweiß, damit sie Eier produzieren und sich vermehren können. Das Eiweiß nehmen sie auf, indem sie Menschen oder Tiere stechen. Dazu pieksen mit ihrem spitzen Rüssel in die Haut und saugen das Blut heraus. Gleichzeitig spritzen sie etwas Gift in die Haut. Das Gift hemmt zum einen die Blutgerinnung und sorgt zum anderen dafür, dass der Mensch den Stich erst etwas später bemerkt.

Dass einige Menschen öfter gestochen werden als andere, liegt am individuellen Körpergeruch. Jeder Mensch hat seine ganz eigene, persönliche Duftmischung, die er über den Atem und den Schweiß absondert. Und von diesem individuellen Duft hängt ab, wie attraktiv er für Stechmücken ist.

In Deutschland haben sich in jüngerer Vergangenheit neben den bekannten Stechmücken auch die sogenannten Gnitzen und Kriebelmücken stark verbreitet. Im Unterschied zu normalen Stechmücken reißen sie die Haut auf und spritzen einen Eiweißcocktail in die kleine Wunde. Dadurch entsteht in der Wunde ein Bluttropfen, den die Tiere ablecken. Viele Menschen zeigen heftige Reaktionen auf den Eiweißcocktail. So schwillt die Stelle schmerzhaft an, rötet sind und oft bildet sich Eiter. Außerdem dauert es mitunter mehrere Wochen, bis der Stich wieder abgeheilt ist.

Übrigens: Wer sich informieren möchte, wo welche Mücken besonders zahlreich unterwegs sind, kann einen Blick auf den Mückenatlas werfen. Und wer mag, kann zur Erforschung der Mücken beitragen, indem er Mücken meldet, die ihm begegnet sind.

 

Mückenstichen vorbeugen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die dabei helfen können, dass die Mücken erst gar nicht zustechen. Effektiv ist etwa, lange und weite Kleidung in hellen Farben zu tragen. Durch die lange Kleidung ist die Haut abgedeckt und bei lockeren Kleidungsstücken – am besten aus dichten Stoffen wie Leinen – haben es die Mücken schwer, bis zur Haut durchzudringen. Dünne Stoffe hingegen, die eng an der Haut anliegen, können die Tierchen problemlos durchstechen.

Daneben können die sogenannten Repellents Mücken fernhalten. Repellents sind Wirkstoffe auf pflanzlicher oder synthetischer Basis, die mit ihrem Geruch den Körpergeruch des Menschen überdecken. Die Mücken können ihr potenzielles Opfer dadurch nicht mehr richtig orten. Erhältlich sind die Mückenschutzmittel als Cremes und Sprays zum Auftragen auf die Haut. Daneben gibt es Mittel, mit denen die Kleidung eingesprüht wird.

Duftkerzen können ebenfalls gute Dienste leisten. Denn zum einen lenken sie durch ihren Duft vom Körpergeruch des Menschen ab. Und zum anderen gibt es einige Gerüche, die Mücken nicht mögen. Geranien und Zitronenmelisse zum Beispiel. Fliegengitter an den Fenstern und den Türen sorgen dafür, dass die Mücken erst gar nicht in die Räume gelangen. Ein Fliegennetz über dem Bett wiederum verhindert, dass die Tierchen zustechen, während der Mensch schläft.

Insektenlampen hingegen haben letztlich keine Wirkung. Das liegt daran, dass Stechmücken nicht von Licht angezogen werden. Deshalb macht es auch keinen Unterschied, ob abends die Zimmerlampe brennt oder ob nicht. Weil die Mücken nach der Körperwärme und dem Körpergeruch gehen, finden sie den Menschen auch im Dunkeln.

 

Mückenstiche richtig behandeln

Mückenstiche lösen sehr unterschiedliche Reaktionen aus. Einige Menschen bemerken den Stich kaum, bei anderen schwillt die Einstichstelle deutlich an und juckt. Bei wieder anderen löst der Mückenstich sogar eine allergische Reaktion aus. Damit stellt sich die Frage, wie der Gestochene einen Mückenstich richtig behandelt.

Hier dazu ein paar Tipps:

  • Kühlen: Der Juckreiz ist oft so stark, dass sich der Betroffene an der Einstichstelle kratzen möchte. Doch das Kratzen kann dazu führen, dass sich die Stelle entzündet und eine unschöne Narbe zurückbleibt. Um den Juckreiz zu lindern und der Schwellung entgegenzuwirken, kann es helfen, die Stelle zu kühlen. Dazu kann der Gestochene Eiswürfel oder einen Kühlakku nehmen, in ein Geschirrhandtuch einwickeln und auf die Stelle legen. Eine ähnlich gute Wirkung hat eine halbierte Zwiebel.
  • Antihistaminika: Ein Mückenstich führt dazu, dass der Körper den Stoff Histamin ausschüttet. Dieser verursacht den Juckreiz und die Schwellung. Abhilfe können sogenannte Antihistaminika schaffen. Als Creme oder Gel werden sie auf die Einstichstelle aufgetragen. Dort schwächen sie die Wirkung des Histamins ab und kühlen gleichzeitig.
  • Speichel: Spucke enthält natürliche Antihistamine und Wirkstoffe, die Schmerzen lindern. Wenn der Speichel verdunstet, entsteht außerdem eine kühlende Wirkung. Es kann also durchaus helfen, etwas Spucke auf dem Mückenstich zu verteilen.
  • Wärme: Auch Wärme kann Abhilfe schaffen. In der Apotheke sind sogenannte Stichheiler erhältlich. Sie werden kurz auf die Einstichstelle gehalten und zerstören durch die Hitze, die sie entwickeln, das Eiweiß, das die Mücke in den Körper injiziert hat. Dadurch schüttet der Körper weniger Histamin aus und sowohl der Juckreiz als auch die Schwellung gehen zurück.
  • Kortison: Wenn Mückenstiche sehr stark anschwellen und massive Beschwerden hervorrufen, ist eine kortisonhaltige Salbe ein probates Mittel. Salben mit niedrig dosiertem Kortison sind teils rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Trotzdem sollte vor der Anwendung Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden.

Und generell gilt:

Wenn ein Mückenstich übermäßig anschwillt, sich entzündet, Fieber und Schüttelfrost hervorruft oder andere Beschwerden auslöst, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Er kann beurteilen, ob und welche Maßnahmen erforderlich sind.

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Veröffentlicht von

Redaktion

Heiner Trautmann, 53 Jahre, Pflegedienstleitung, Anita Bokel, 46 Jahre, Stationsleiterin, Peter Machinski, 41 Jahre, Inhaber Agentur für Altenpflege und Haushaltshilfen, sowie Mike Bocholt, 39 Jahre, Qualitätsmangament schreiben hier Wissenswertes, Ratgeber und Tipps zum Thema Pflege, Betreuung, Gesundheit und medizinische Versorgung.

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