Das ändert sich 2022 in Sachen Gesundheit

Das ändert sich 2022 in Sachen Gesundheit

Bei der Organspende gibt es mehr Aufklärung und ein neues Register, einige Pflegeleistungen werden höher, die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung geht direkt an den Arbeitgeber, die Schiene für Schnarchende wird zur Kassenleistung und Abnehmprodukte müssen anders gekennzeichnet werden: Wir fassen zusammen, welche Neuerungen es 2022 in Sachen Gesundheit gibt.

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Das ändert sich 2022 in Sachen Gesundheit

Neues Onlineregister und mehr Infos rund um die Organspende

Ab März 2022 sollen Hausärzte ihre Patienten umfangreicher über die Möglichkeiten zur Organspende informieren. Zur gleichen Zeit geht ein neues Onlineportal an den Start. Unter der Adresse www.organspende-register.de werden Spender dann dort Erklärungen online abgeben und auch widerrufen können.

Die rechtliche Grundlage dafür schafft das „Gesetz zur Stärkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende“, kurz Transplantationsgesetz. Das Gesetz tritt zum 1. März 2022 in Kraft und sieht unter anderem vor, dass das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte ein bundesweites Register für Erklärungen zur Organ- und Gewebespende einrichtet.

Spätestens ab Juli 2022 sollten gesetzlich Krankenversicherte auch per App auf das Register zugreifen und darin Erklärungen zur Organspende abgeben, ändern und widerrufen können. Die Eintragungen in dem Register können ein Ersatz für den Organspendeausweis sein. Trotzdem bleibt dieser gültig.

Die derzeitige Rechtslage sieht eine sogenannte Entscheidungslösung vor. Demnach setzt eine Organspende voraus, dass sich der Spender bereits zu Lebzeiten für eine Organspende entschieden hat oder seine Angehörigen einwilligen. Daran ändert sich grundsätzlich nichts.

Mittels intensiver Aufklärungsarbeit möchte der Gesetzgeber aber erreichen, dass das Thema Organspende stärker ins Bewusstsein rückt und die persönliche Entscheidung einfacher registriert werden kann.

Zu diesem Zweck sollen die Ausweisstellen künftig Infomaterial und Organspendeausweise aushändigen, wenn jemand zum Beispiel einen neuen Personalausweis, Reisepass oder Führerschein abholt. Beim Hausarzt können sich Patienten alle zwei Jahre über Organ- und Gewebespenden beraten lassen.

Bei der ergebnisoffenen Aufklärung soll es um die Bedeutung einer Spende für Erkrankte, die medizinische Verwendung von Spenden, aber auch um die Tragweite einer abgegebenen Erklärung und das Entscheidungsrecht der Angehörigen gehen.

Ab dem 16. Lebensjahr kann ein Patient eigenständig entscheiden, ob er in eine Gewebe- oder Organspende nach seinem Tod einwilligt. Sich ausdrücklich gegen eine Spende auszusprechen, ist schon ab dem 14. Lebensjahr möglich.

Das Transplantationsgesetz sieht auch vor, dass das Thema stärker in der Ausbildung von Ärzten verankert werden soll. Außerdem soll künftig Grundwissen zur Organspende in Erste-Hilfe-Kursen vermittelt werden.

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Mehr Leistungen in einigen Pflegebereichen

Ab dem 1. Januar 2022 gibt es in manchen Bereichen der Pflege mehr Geld. So steigt zum Beispiel die Pflegesachleistung um fünf Prozent. Die Pflegeleistung gibt es ab Pflegegrad 2 und sie ist gedacht, wenn ein Pflegedienst bei der Körperpflege, der Ernährung, der Mobilität oder der häuslichen Versorgung unterstützt.

Für die Kurzzeitpflege wurde der Leistungsbetrag ebenfalls angehoben, und zwar um zehn Prozent auf jetzt 1.774 Euro. Wer in einem Pflegeheim lebt, profitiert von einer Entlastung beim Eigenanteil.

Die Pflegeversicherung bezuschusst die Pflege- und Ausbildungskosten nämlich höher. Dabei richtet sich der Zuschuss nach der Dauer der stationären Pflege. Im ersten Jahr steigt er um fünf Prozent und erhöht sich dann stufenweise bis auf 70 Prozent im vierten Jahr.

Neu ist außerdem, dass Pflegebedürftige, die im Krankenhaus behandelt werden, ab 2022 Anspruch auf Übergangspflege im Krankenhaus haben. Der Anspruch besteht für maximal zehn Tage und greift, wenn die Versorgung anderweitig nicht sichergestellt ist.

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung direkt an den Arbeitgeber

Schreibt der Arzt einen gesetzlich Versicherten krank, bekommt dieser schon seit Oktober 2021 den früheren gelben Zettel nicht mehr. Stattdessen übermittelt die Arztpraxis die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) in digitaler Form direkt an die Krankenkasse.

Ab dem 1. Juli 2022 geht die eAU ebenfalls digital dann auch direkt an den Arbeitgeber. Allerdings kann es sein, dass, ähnlich wie beim E-Rezept, nicht alle Arztpraxen pünktlich mit der Umsetzung starten können.

Schiene für erwachsene Schnarcher als Kassenleistung

Erwachsene, die unter einer behandlungsbedürftigen obstruktiven Schlafapnoe leiden, können seit Jahresbeginn 2022 die sogenannte Unterkiefer-Protrusionsschiene als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung bekommen. Voraussetzung dafür ist, dass zuvor eine Überdrucktherapie durchgeführt wurde und keinen Erfolg brachte.

Die obstruktive Schlafapnoe wird im Volksmund schlicht als Schnarchen bezeichnet und gehört zu den häufigsten Atmungsstörungen beim Schlafen. Die Schnarcher-Schiene setzt sich aus zwei durchsichtigen Schienen für den Unter- und der Oberkiefer zusammen, die miteinander verbunden sind und dafür sorgen, dass die Zunge die Atemwege nicht blockiert.

Neue Kennzeichnungen für Abnehmprodukte

Produkte, die eine Ernährung zur Reduzierung und Kontrolle des Gewichts unterstützen sollen, versprechen gerne, dass die Kilos in kurzer Zeit purzeln. Damit die versprochenen Erfolge keine überzogenen Erwartungen hervorrufen, sieht eine EU-Verordnung neue Regeln dafür vor, wie die Tagesrationen von Ernährung zur Gewichtskontrolle gekennzeichnet, aufgemacht und beworben werden müssen.

So dürfen auf Pulvern, Drinks und ähnlichen Produkten in Zukunft keine Hinweise zum Tempo und den möglichen Erfolgen beim Abnehmen mehr zu finden sein. Auch Angaben, die sich auf Nährwerte oder generell die Gesundheit beziehen, sind nicht mehr zulässig. Gleiches gilt für die Nennung von Referenzmengen.

Die Pflicht-Nährwerttabelle zum Tagesbedarf muss bei Abnehmprodukten um Ballaststoffe und Cholin erweitert werden. Cholin ist wichtig, damit das Gehirn, das Nervensystem und die Leber funktionsfähig bleiben. Den Nährstoff kann der Körper zum Teil selbst bilden und eine ausgewogene Ernährung stellt eine ausreichende Versorgung mit Cholin sicher.

Die EU-Mitgliedsstaaten haben bin zum 27. Oktober 2022 Zeit, um die Verordnung in nationales Recht umzusetzen. In Deutschland könnte dazu die Diät-Verordnung entsprechend abgeändert werden.

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Heiner Trautmann, - Pflegedienstleitung, Anita Bokel, - Stationsleiterin, Peter Machinski, Inhaber Agentur für Altenpflege und Haushaltshilfen, Mike Bocholt, Pflege-Qualitätsmangament und Christian Gülcan Inhaber & Gründer Haushaltshilfen-Agentur Senioren-Familienservice und Betreiber dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Ratgeber und Tipps zum Thema Pflege, Betreuung, Gesundheitsthemen, Haushaltshilfen und Versorgung. Unsere Inhalte sind in keiner Weise ein Ersatz für professionelle Diagnosen, Beratungen oder Behandlungen durch ausgebildete und anerkannte Ärzte/Ärztinnen.

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