Neue Erkenntnisse – Hirnforschung für Senioren

Überraschende Erkenntnisse aus der Hirnforschung für Senioren

Nicht zuletzt dank des medizinischen Fortschritts steigt die Lebenserwartung kontinuierlich und Menschen werden heute so alt wie nie zuvor. Bis zu einem gewissen Grad freuen sich viele auch auf die zweite Lebenshälfte, wenn die Kinder aus dem Haus sind und nicht mehr nur die Arbeit und das Geldverdienen im Mittelpunkt stehen. 

Viele erhoffen sich einen Lebensabend, in dem sie sich Zeit für sich selbst, für Hobbys und Interessen, für Reisen und für so manchen langersehnten Wunsch nehmen können. Gleichzeitig schwingt aber auch eine gewisse Angst vor dem Älterwerden mit. 

So fürchten viele eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit und einen konstanten Abbau, weil die körperliche Kraft nachlässt und Krankheiten drohen, weil das geistige Leistungsvermögen sinkt und der Mensch vergesslich wird oder weil sich eine gewisse Einsamkeit und Verbitterung einstellt.

Erkenntnisse aus der Hirnforschung belegen aber, dass viele Ängste unbegründet sind und das Alter ganz im Gegenteil sogar durchaus Vorteile zu bieten hat. Diese Vorteile ergeben sich jedoch nicht automatisch, sondern müssen bewusst erarbeitet und genutzt werden. 

Hier nun einige sehr überraschende Erkenntnisse
aus der Hirnforschung für Senioren in der Übersicht:

Das Lernen im Alter

Lange Zeit ging die Wissenschaft davon aus, dass vor allem in jungen Jahren gelernt werden kann und das Lernvermögen mit zunehmendem Alter sinkt. Durch Sprichwörter wie, dass Hans nicht mehr lernt was Hänschen nicht schon gelernt hat, hat sich diese Ansicht auch in weiten Kreisen der Gesellschaft etabliert. In der heutigen Realität sieht es jedoch anders aus und Kurse an der Volkshochschule, Bildungsreisen oder spezielle Studiengänge finden regen Zuspruch bei der Generation 50plus. 

Mittlerweile bestätigt nun auch die Hirnforschung, dass das Gehirn ein Leben lang lernfähig bleibt. Das Gehirn behält lebenslang die Fähigkeit, die Zusammenarbeit zwischen den Nervenzellen zu verbessern und neue Verbindungen aufzubauen. Insbesondere im Hinblick auf Ausdauer und Konzentrationsvermögen ist das Gehirn im Alter sogar leistungsfähiger als in jungen Jahren. 

Aber Voraussetzung ist, dass das Gehirn gefordert wird, bis sich eine zentrale Erschöpfung einstellt, vergleichbar mit einem Muskeltraining. Erst wenn sich das Gefühl einstellt, müde zu sein, nichts Neues mehr aufnehmen und sich nicht mehr richtig konzentrieren zu können, ist der richtige Zeitpunkt für eine Pause gekommen. Zudem setzt das Lernen einen Sinn oder einen Zweck voraus. 

Das bedeutet, Inhalte, die wenig sinnvoll erscheinen, die den Lernenden nicht interessieren oder die er nicht er braucht, wird er nur schwer erlernen können. Dies wiederum ist aber immer der Fall, unabhängig vom Alter.     

Das Denken im Alter

Das Ultrakurzgedächtnis bildet sich aus Schwingungen und Oszillationen in neutralen Strukturen und beläuft sich auf rund 30 Millisekunden. Während dieser Zeit bildet das Gehirn eine Zone, in der räumlich und zeitlich verteilte Informationen gebündelt werden. 

Dadurch werden die Informationen, die in einem Zeitraum von rund 30 Millisekunden im Gehirn eintreffen, nicht als zusammenhanglose Einzelheiten verstanden, sondern als zusammengehörig verarbeitet. Mit zunehmendem Alter verlängern sich die Oszillationen, so dass mehr Informationen innerhalb einer Zone verarbeitet werden können. Dies führt dazu, dass Senioren zwar etwas langsamer, aber dafür gründlicher und intensiver denken. 

Im Alter neigen allerdings die inneren Rhythmen dazu, etwas durcheinander zu geraten. Um dies zu verhindern, ist es sinnvoll, eine zeitliche Ordnung einzuhalten, also zu möglichst regelmäßigen Zeiten aufzustehen, zu essen und schlafen zu gehen. Hilfreich ist zudem, tagsüber möglichst viel Helligkeit und Sonnenlicht zu tanken und das Schlafzimmer nachts abzudunkeln. 

Das Aussehen im Alter

Viele haben aufgrund des Aussehens Angst vor dem Alter, denn in unseren Kulturkreisen gilt eine makellose, jugendliche Erscheinung als Sinnbild von Schönheit. In anderen Kulturen hingegen gelten andere Schönheitsideale und die Hirnforschung belegt, dass der Mensch in der Lage ist, die Schönheitsideale anderer Kreise zu übernehmen. 

Die Kriterien, die als Maßstabstab für schönes Aussehen gelten, können also ein Leben lang verändert und angepasst werden. Allerdings ist wichtig, dass sich die einzelnen Merkmale nicht zu sehr voneinander unterscheiden und im Gegensatz zueinander stehen. Die Empfindung, dass es etwas unschön ist, entsteht dann, wenn das Gehirn widersprüchliche Merkmale kompliziert und aufwändig zuordnen und sortieren muss, also beispielsweise ein sehr jugendliches Styling bei einer von Altersfalten gezeichneten Haut. 

Um sich im Alter als schön und attraktiv zu empfinden, ist daher wichtig, dass Haare, Haut, Kleidung und Körperhaltung zueinander passen. 

Dadurch unterstützen sich die einzelnen Merkmale gegenseitig und führen zu einem stimmigen Gesamtbild, das als attraktiv und schön empfunden wird.   

Das Vergessen und die Weisheit im Alter

Das Alter wird mit einer gewissen Weisheit gleichgesetzt. Gleichzeitig wird das Alter aber mit Vergesslichkeit in Verbindung gebracht. Beim Weisewerden handelt es sich jedoch um einen Prozess, zu dem das Vergessen unbedingt dazugehört. 

Im Laufe eines Lebens sammelt ein Mensch unendlich viele Erfahrungen. Einige Erfahrungen sind positiv und hilfreich, andere Erfahrungen sind verletzend und enttäuschend. Um trotz schlechter Erfahrungen und schwieriger Lebensphasen nicht zu verbittern, ist wichtig, vergessen zu können. Weise Menschen haben genug Lebenserfahrung gesammelt, um eine Situation erkennen, verstehen und entsprechend handeln zu können. 

Sie ruhen in sich selbst, können aus ihrem Erfahrungsschatz schöpfen und haben gelernt, negative Erfahrungen oder auch unwichtige Informationen auszublenden. Altersweisheit ist somit ein fortlaufender Prozess, der es ermöglicht, im Rückblick beurteilen zu können, was gut war und was nicht.

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